Am Donnerstag, dem 30. Juli 2026, erreicht der Preis für Holzpellets einen neuen Höchststand: Eine Tonne lose Ware kostet laut den Daten von „Heizpellets24“ 400,39 Euro. Damit hat der Tonnenpreis die psychologisch wichtige Marke von 400 Euro überschritten. Gegenüber der Vorwoche ist ein Anstieg von rund zehn Euro zu verzeichnen.
Der Aufwärtstrend setzt sich damit unvermindert fort. Noch am 23. Juli lag der Preis bei 392,29 Euro, stieg dann kontinuierlich auf 394,53 Euro (24. Juli), 395,89 Euro (27. Juli) und 396,86 Euro (28. Juli). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Pellets sogar rund 100 Euro teurer – im Juli 2025 lag der Durchschnittspreis noch bei etwa 300 Euro pro Tonne.
Preisentwicklung im Jahresverlauf 2026
Der Blick auf die monatlichen Durchschnittswerte zeigt einen klaren saisonalen Verlauf. Nach einem Höhepunkt im Februar 2026 mit 400,46 Euro pro Tonne fielen die Preise bis zum Juni auf 349,79 Euro. Seitdem ziehen sie wieder an. Zum Vergleich: Im Januar 2026 notierten die Preise bei 382,59 Euro, im März bei 381,93 Euro und im April bei 369,26 Euro. Der aktuelle Juli-Wert von 378,09 Euro (Mittelwert) liegt bereits deutlich über dem Juniniveau.
„Die Preise für Holzpellets unterliegen typischen saisonalen Schwankungen. Üblicherweise sind die Sommermonate günstiger, doch die Energiekrise 2022 und die anhaltend hohe Nachfrage haben dieses Muster zeitweise außer Kraft gesetzt“, erläutert ein Sprecher von „Heizpellets24“. Im vergangenen Jahr zahlten Verbraucher im Sommer noch rund 100 Euro weniger pro Tonne.
Regionale Preisunterschiede nach Bundesländern
Neben der Jahreszeit spielt auch der Wohnort eine entscheidende Rolle. Wie die Analyse von „energienutzer.de“ für den Juli 2026 zeigt, variieren die Preise je nach Region teils deutlich. Grund dafür sind unterschiedliche Verarbeitungskapazitäten und anfallende Restholzmengen. Pellets sind ein regionaler Brennstoff, daher sind die Preise lokal verschieden.
- Nord/Ost (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein): 382,04 Euro pro Tonne bei einer Bestellmenge von sechs Tonnen.
- Mitte (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen): 385,70 Euro.
- Süd (Bayern, Baden-Württemberg, Saarland): 389,88 Euro.
Die höchsten Preise zahlen demnach Verbraucher im Süden, während der Norden und Osten etwas günstiger abschneiden. Die Unterschiede sind jedoch relativ gering – maximal knapp acht Euro pro Tonne. Dennoch lohnt sich ein Preisvergleich über Online-Portale wie „energienutzer.de“ oder „Heizpellets24“, da die angegebenen Werte nur Durchschnitte sind.
Kaufzeitpunkt und Tipps für Verbraucher
Die Frage nach dem optimalen Kaufzeitpunkt lässt sich nicht allein am Preis festmachen. Experten raten: Wer kaum noch Pellets auf Vorrat hat, sollte nicht zögern und zumindest eine kleine Menge bestellen. Historisch gesehen sind Holzpellets in den Sommermonaten tendenziell günstiger als im Winter – mit Ausnahme der Energiekrise 2022. Die aktuell steigende Tendenz könnte jedoch darauf hindeuten, dass der diesjährige Sommerpreis bereits seinen Tiefpunkt überschritten hat.
„Verbraucher sollten nicht versuchen, den perfekten Zeitpunkt zu treffen, sondern auf ihren tatsächlichen Bedarf achten. Ein komplett leerer Tank ist teurer als ein vorzeitiger Kauf zu etwas höheren Preisen“, so die Empfehlung eines Marktbeobachters. Zudem sei die Qualität der Pellets entscheidend: Zertifizierte Ware (z. B. ENplus) garantiert einen hohen Heizwert und verbrennt effizient.
Häufig gestellte Fragen zu Pelletspreisen
Was beeinflusst die Pelletspreise aktuell?
Mehrere Faktoren bestimmen den Preis: die Kosten für Rohholz, Produktion und Transport, die allgemeine Nachfrage sowie regionale Besonderheiten in der Logistik. Auch die Preise für alternative Energieträger wie Gas und Öl haben einen indirekten Einfluss.
Wie haben sich die Preise in den Vorjahren entwickelt?
Nach einem starken Anstieg im Jahr 2022 (Energiekrise) haben sich die Pelletspreise auf einem erhöhten Niveau eingependelt. Im Sommer 2025 lagen sie noch rund 100 Euro unter dem aktuellen Niveau. Der Trend ist insgesamt nach oben gerichtet, mit saisonalen Rücksetzern im Frühjahr und Frühsommer.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Qualitätszertifikate (z. B. ENplus oder DINplus) sind ein Muss. Sie garantieren einen niedrigen Staub- und Wassergehalt sowie einen hohen Energiegehalt. Auch die Lieferkosten und -bedingungen sollten vorab geprüft werden, da sie den Endpreis deutlich beeinflussen können.
Sind Pellets eine kosteneffiziente Heizalternative?
Pellets sind im Vergleich zu Öl und Gas oft günstiger und zudem CO2-neutral. Die tatsächliche Effizienz hängt jedoch vom Heizsystem, der Gebäudedämmung und den aktuellen Brennstoffpreisen ab. Eine Wärmepumpe kann auf lange Sicht ebenfalls wirtschaftlich sein, ist aber mit höheren Anschaffungskosten verbunden.
Wie wird sich der Pelletmarkt zukünftig entwickeln?
Prognosen sind schwierig. Die Nachfrage nach erneuerbaren Heizlösungen dürfte steigen, was die Preise stützen könnte. Politische Entscheidungen, etwa zur Förderung von Wärmepumpen oder zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, werden den Markt maßgeblich beeinflussen. Viele Experten sehen Pellets als Übergangstechnologie, andere als langfristige nachhaltige Option.



