In Potsdam hat ein zweites Projekt zur Tiefengeothermie begonnen. Der Energieerzeuger Energie und Wasser Potsdam (EWP) startete am Heizkraftwerk Potsdam Süd mit Bohrungen. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) war beim Bohrstart vor Ort und betonte die Vorbildfunktion des Projekts.
Klement: Potsdam als Vorreiter in Brandenburg
„Solche Projekte wie dieses hier können Vorbild sein für die anderen Orte in Brandenburg“, sagte Klement. Sie wies jedoch auf die Herausforderungen hin: „Man weiß ja eigentlich nie so ganz genau, worauf man stößt.“ Die Kosten seien oft hoch, aber der Nutzen bei erfolgreicher Nutzung der Erdwärme umso größer. Klement erklärte: „Ich glaube, dass dieses zweite Projekt tatsächlich weitere wertvolle Erkenntnisse bringen wird, die Wärmeversorgung in Brandenburg, aber natürlich in Potsdam im Speziellen vorantreibt und Potsdam damit noch mehr als bisher eine Vorreiterrolle bei uns im ganzen Land Brandenburg einnimmt.“ Es gehe letztlich um die Frage, ob Strom, Wärme und Energie für Bürger und Unternehmen verfügbar, bezahlbar und sicher seien.
Ausbau der Erdwärmenutzung in Potsdam
EWP betreibt bereits eine erste Tiefengeothermie-Anlage in Potsdam und will die Erdwärmenutzung nun auf den Süden der Stadt ausweiten. In der Nähe des Heizkraftwerks Süd sollen auch eine Flusswasserwärmepumpe und Blockheizkraftwerke entstehen. Die Arbeiten laufen im 24-Stunden-Betrieb und sind zunächst bis Ende 2026 geplant. Laut EWP liefert die erste von mehreren Bohrphasen wichtige Erkenntnisse zur geologischen Schichtenfolge sowie zum Erdwärme- und Solepotenzial.
Geothermie in Deutschland
Deutschlandweit sind nach Angaben des Bundesverbands Geothermie 45 Geothermieanlagen mit einer Bohrtiefe von mehr als 400 Metern in Betrieb. Das Potsdamer Projekt könnte dazu beitragen, die Nutzung dieser Technologie weiter voranzutreiben.



