Bohrprojekt in der Arktis: Putins Doktorvater will umstrittene Theorie beweisen
Ein arktisches Bohrprojekt in Russland sorgt für Aufsehen. Wladimir Putins ehemaliger Doktorvater möchte dort eine zweifelhafte Theorie zur Entstehung von Erdöl beweisen. Die Idee: Leergeförderte Ölfelder könnten sich auf natürliche Weise wieder auffüllen. Kritiker halten dies für Wunschdenken von Petrolmagnaten.
Die Theorie im Detail
Die Theorie besagt, dass Erdöl nicht nur aus fossilen organischen Materialien entsteht, sondern auch durch abiotische Prozesse im Erdinneren. Demnach könnten sich erschöpfte Ölfelder regenerieren. Putins Doktorvater, der namentlich nicht genannt wird, will dies nun durch ein Bohrprojekt in der Republik Komi in der Arktis belegen. Das Projekt befindet sich in der Siedlung Jarega, wo wirtschaftlich relevante Ölvorkommen existieren.
Reaktionen und Kontroversen
Wissenschaftler weltweit stehen der Theorie skeptisch gegenüber. "Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für abiotische Ölregeneration in relevanten Mengen", sagt ein Geologe der Universität Oslo. Die russische Regierung unterstützt das Projekt jedoch, was Spekulationen über politische Motive nährt. Die Bohrarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Bedeutung für die Ölindustrie
Sollte die Theorie bestätigt werden, hätte dies weitreichende Folgen für die globale Ölindustrie. Bislang gehen Schätzungen von endlichen Reserven aus. Ein regeneratives Modell könnte die Förderung revolutionieren. Doch viele Experten warnen vor übertriebenen Erwartungen. "Selbst wenn es abiotisches Öl gibt, sind die Mengen wahrscheinlich vernachlässigbar", erklärt ein Energieanalyst.
Zukunft des Projekts
Das Projekt wird von der russischen Akademie der Wissenschaften überwacht. Die Ergebnisse sollen in Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Beobachter erwarten jedoch, dass die politische Nähe zum Kreml die Objektivität beeinträchtigen könnte. Derweil laufen die Vorbereitungen für die Bohrungen in der arktischen Region auf Hochtouren.



