Im Jahr 2025 war die Wärmepumpe erstmals die am häufigsten eingebaute Heizungsart in deutschen Wohngebäuden. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die auf dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Kopernikus-Projekt Ariadne basiert. Demnach überholten Wärmepumpen bei Heizungsmodernisierungen die überwiegend fossil betriebenen Heizkessel.
Einbauraten im Vergleich
3,4 Prozent der selbstnutzenden Eigentümerhaushalte tauschten ihre Heizung aus, 1,9 Prozent ließen eine Wärmepumpe einbauen – das entspricht dem Niveau von 2024. Bei Kesselheizungen sank die Einbaurate hingegen von 3 auf 1,4 Prozent. Der Anteil neuer Fernwärme-Anschlüsse blieb mit 0,1 Prozent gering. Insgesamt wurden 2025 deutlich weniger neue Heizungen eingebaut: Die Einbaurate sank von etwa 5 auf 3,4 Prozent.
Gründe für den Trend
IW-Experte Ralph Henger bezeichnet die Entwicklung als „echte Trendwende im Heizungskeller“. Er nennt mehrere Gründe: Wer mit einer Wärmepumpe heize, zahle derzeit die niedrigsten Heizkosten. Zudem könnten die meisten Geräte im Sommer auch kühlen und machten eine separate Klimaanlage überflüssig. Für 2026 erwartet Henger, dass die Wärmepumpe beim Heizungstausch die Nummer eins bleibt und ihren Vorsprung ausbaut.
Wärmepumpen auch im Neubau dominierend
Auch bei Neubauten gewinnen Wärmepumpen weiter an Bedeutung. Laut Statistischem Bundesamt werden knapp drei Viertel (73,6 Prozent) der rund 58.900 Wohngebäude, die 2025 fertiggestellt wurden, hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt. Binnen zehn Jahren hat sich der Anteil damit mehr als verdoppelt.
Förderung wird gekürzt
Für den Einbau von Wärmepumpen und anderen klimafreundlichen Heizungen gibt es in den kommenden Jahren weniger Zuschüsse vom Staat. Bisher ist beim Umstieg eine Förderung bis zu 70 Prozent möglich, der maximal erhältliche Investitionskostenzuschuss betrug bis zu 21.000 Euro der förderfähigen Kosten. Bis 2030 soll der Betrag schrittweise um mehrere Tausend Euro sinken. Die Regierung begründet dies auch mit Sparzwängen.
Polemik um die Wärmepumpe
In den Jahren der Ampelregierung war um die Wärmepumpe ein regelrechter Kulturkampf geführt worden, Fachleute sprachen von teilweiser Desinformation. Die neuen Zahlen zeigen nun eine klare Trendwende hin zu dieser Technologie.



