Lidl eröffnet ersten Pub in Nordirland
Der deutsche Lebensmittel-Discounter Lidl hat in Nordirland einen eigenen Pub eröffnet. Die Kneipe mit dem Namen „Middle Ale“ befindet sich in Dundonald nahe Belfast und bietet Platz für bis zu 60 Gäste. Neben dem Ausschank von Bier können Besucher dort auch alkoholische Getränke für den Heimkauf erwerben. Wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete, ist die Gaststätte nun für die Öffentlichkeit zugänglich.
Der Name „Middle Ale“ ist ein Wortspiel mit dem Begriff „middle aisle“, der in Großbritannien die Sonderangebotsregale in der Mitte von Discountern bezeichnet. Die Kneipe ist in das bestehende Lidl-Supermarktgebäude integriert, besitzt jedoch einen eigenen Eingang. Die Einrichtung ist schlicht gehalten und verwendet die Farben des Lidl-Logos: Gelb, Blau und Rot. Ob der Discounter-Charme bei den Nordiren ankommt, bleibt abzuwarten. Immerhin wurden durch die Eröffnung acht neue Arbeitsplätze geschaffen, so die PA.
Hintergrund: Strenge Alkoholgesetze
Die Eröffnung des Pubs hat pragmatische Gründe. In Nordirland gelten strenge Gesetze für den Verkauf von Alkohol in Supermärkten. Läden benötigen eine Lizenz, die nur begrenzt vergeben wird. Zudem müssen sie nachweisen, dass es in der Umgebung nicht genügend lizenzierte Betriebe gibt, um den öffentlichen Bedarf zu decken. Lidl konnte diesen Nachweis für eine reguläre Supermarkt-Lizenz nicht erbringen, wohl aber für eine Pub-Lizenz, da in den letzten Jahren zwei nahegelegene Bars geschlossen hatten.
Durch die Einstufung als Gaststätte ist Lidl nun auch eine sogenannte Off-Sales-Zone erlaubt, also Regale mit Alkohol zum Mitnehmen. Weitere Lidl-Pubs sind aufgrund dieser speziellen Umstände jedoch unwahrscheinlich.
Expansion in Großbritannien
In Zeiten steigender Lebensmittelpreise machen Discounter wie Lidl und Aldi den etablierten Supermärkten in Großbritannien zunehmend Konkurrenz. Lidl plant, in den kommenden Monaten mehr als 50 neue Filialen im Vereinigten Königreich zu eröffnen. Das Unternehmen investiert dafür über 600 Millionen Pfund (etwa 690 Millionen Euro) in den Ausbau seines Filialnetzes.



