Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die hohen Kosten für die Renovierung seines Amtssitzes, des Berliner Schlosses Bellevue, verteidigt. Ohne die Sanierung könne das Gebäude „in dieser Form nicht länger als repräsentativer Sitz genutzt werden“, sagte Steinmeier am Sonntag im ZDF-„Sommerinterview“. Er wies darauf hin, dass der Bau 250 Jahre alt sei.
Eine Milliarde Euro für die Sanierung
Schloss Bellevue wird derzeit renoviert, laut ZDF für etwa eine Milliarde Euro. Steinmeier betonte, dass mittlerweile unter anderem die Tragfähigkeit der Decken eingeschränkt sei. Dabei gehe es um ein Gebäude, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundespräsidenten arbeiten. Der Bundespräsident erinnerte auch daran, dass der Amtssitz in den Neunzigerjahren unter unzulässigen Verhältnissen in Betrieb genommen worden sei. „Und das ist das Kosten treibende Stück bei dem Gesamtvorhaben“, so Steinmeier, nicht etwa das eigentliche Schloss.
Umzug in Ersatz-Amtssitz
Der Bundespräsident war wegen der Renovierung am Freitag in einen Ersatz-Amtssitz am Berliner Spreebogen umgezogen. Neben dem Schloss werden auch mehrere Nebengebäude saniert. Anschließend soll die Liegenschaft weitgehend klimaneutral betrieben werden können. Steinmeiers Amtszeit endet im Frühjahr 2027. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin dürfte die gesamte fünfjährige Amtszeit in dem Ausweichgebäude verbringen.
Geschichte des Schlosses
Die klassizistische Dreiflügelanlage war ab 1785 als Sommerresidenz für den preußischen Prinzen August Ferdinand errichtet und seitdem mehrmals umgebaut worden. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in den Fünfzigerjahren originalgetreu wiederaufgebaut. Vor gut 20 Jahren fanden erneut umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.



