Großalarm im Saarland: Feuer in Entsorgungsanlage
Am Montagnachmittag ist in einem Recyclingbetrieb für Spraydosen und Druckgasbehälter in Neunkirchen-Wellesweiler ein Großbrand ausgebrochen. Drei Personen wurden verletzt, zehn Wohnhäuser mussten evakuiert werden. Die Feuerwehr gab gegen Abend leichte Entwarnung.
„Der Brand ist seit 16.15 Uhr unter Kontrolle“, sagte ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr. Es seien Nachlöscharbeiten im Gange, die noch mehrere Stunden andauern würden. Das Gebäude sei nicht betretbar, die Dachkonstruktion eingestürzt. Das Technische Hilfswerk (THW) mit Baufachberatern und Spezialeinsatzkräften sei angefordert worden, um die Standsicherheit zu beurteilen.
Rauchentwicklung und berstende Behälter
Seit dem Mittag stand die Industriehalle vollständig in Flammen. Die Feuerwehr wurde gegen 13.30 Uhr alarmiert. Aufgrund von Verpuffungen und berstenden Druckbehältern konnte das Gebäude zunächst nicht betreten werden. „Wir hatten vor Ort eine extrem starke Rauchentwicklung“, berichtete der Feuerwehrsprecher. „Druckgasbehälter oder auch Sahnesprühflaschen sind geborsten, die Knallgeräusche waren weithin hörbar.“ Die Explosionen waren noch in einiger Entfernung zu vernehmen.
Die hohen Temperaturen und die Trockenheit begünstigten die Brandausbreitung. Das Feuer griff auf angrenzendes Wald- und Wiesengelände über und bedrohte benachbarte Gebäude. Durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte konnte ein Übergreifen auf Wohnhäuser oder weitere Firmen verhindert werden. Die Polizei ordnete die Evakuierung von zehn Häusern an. Die Bewohner wurden in einer Notsammelstelle untergebracht und versorgt.
Warnung an Anwohner und Großaufgebot der Rettungskräfte
Die Rauchsäule war weithin sichtbar. Über die Warn-App Nina erhielten Anwohner eine Gefahrenmeldung: Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben, Lüftungen und Klimaanlagen abgeschaltet werden. Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Maßnahmen und riet zur Vorsicht.
Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, THW und dem Energieversorger vor Ort. Aus dem Landkreis St. Wendel wurde ein Löschroboter angeliefert, der aus sicherer Entfernung löschen konnte. Innenminister Reinhold Jost und Landrat Sören Meng verschafften sich persönlich ein Bild von der Lage. Die Brandursache sowie die genaue Schadenshöhe müssen noch ermittelt werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.



