Insolvenzverwalter müssen immer öfter zu Sanierern werden
Insolvenzverwalter werden zu Sanierern

Die Rettungsquote von größeren Unternehmen, die einen Insolvenzantrag stellen, hat sich in den vergangenen fünf Jahren nahezu halbiert. Das zeigen die Zahlen der Restrukturierungsberatung Falkensteg. Es gibt eine weitere schlechte Nachricht: Insolvenzverfahren dauern immer länger, inzwischen rund 200 Tage. Und sie enden deutlich seltener mit einem Happy End. Nur die Hälfte der Insolvenzanträge endet damit, dass es für die Firma – meist unter einem anderen Eigentümer – weitergeht, die andere Hälfte wird geschlossen. 2020 waren es noch 72 Prozent.

Strukturkrise statt Konjunkturschwäche

Diese Zahlen belegen, dass immer mehr Unternehmen, sogar im lange noch vergleichsweise stabilen Maschinenbau, auch nach der Entschuldung nicht übergabefähig sind – weder an die möglichen künftigen Firmenchefs noch an Investoren, nicht einmal an die Konkurrenten. Im Insolvenzgeschehen bildet sich ab, was Wirtschaft und Politik seit Langem konstatieren: Deutschland steckt nicht in einem konjunkturellen Abschwung, sondern in einer Strukturkrise, begleitet von exogenen Schocks: Kriegen, Zöllen und Disruptionen durch andernorts entwickelte Technologien.

Was Deutschland braucht: Strukturwandel von innen

Was Deutschland aber braucht, ist ein Strukturwandel, und zwar von innen heraus. Insolvenzverwalter müssen immer häufiger zu Sanierern werden, die radikal in den Unternehmen umbauen. Dabei ist das gar nicht ihr Job. Die Entwicklung zeigt: Unternehmen müssen sich frühzeitig anpassen, bevor der Insolvenzverwalter eingreift. Nur so können sie im Wettbewerb bestehen und eine Schließung vermeiden.

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