Premiere am Westhafen: 420-Tonnen-Turbine wird emissionsfrei transportiert
In Berlin-Moabit hat Siemens Energy am Westhafen eine 420 Tonnen schwere Gasturbine auf ein Schiff verladen – und dabei erstmals ein vollelektrisches Schwerlastfahrzeug eingesetzt. Die Turbine wurde vom Werk aus nur 700 Meter weit über das Gelände gezogen, und zwar nahezu geräuschlos und ohne Abgase. Bislang kamen für solche Schwerlasttransporte Diesel-Fahrzeuge zum Einsatz, die Lärm und CO2 emittierten.
Neue Technik für sauberen Schwerlastverkehr
Das elektrische Fahrzeug, das speziell für den Schwerlastbetrieb entwickelt wurde, wird von leistungsstarken Batterien angetrieben. Es kann Lasten von bis zu 500 Tonnen bewegen. Bei der Premiere in Moabit zog es die Gasturbine vom Siemens-Energy-Werk über die Straße direkt an den Westhafen. Der gesamte Vorgang dauerte etwa zwei Stunden und verlief ohne Zwischenfälle. Siemens Energy betont, dass die neue Technik nicht nur die Umweltbilanz verbessert, sondern auch die Anwohner entlastet.
Hintergrund: Schwerlastverkehr in der Stadt
Berlin-Moabit ist ein dicht besiedelter Stadtteil. Bisherige Transporte mit Diesel-Schleppern führten häufig zu Lärmbelästigungen und Luftverschmutzung. Mit der Elektrolösung will Siemens Energy einen Beitrag zur städtischen Nachhaltigkeit leisten. Das Unternehmen plant, die Technik auch für künftige Turbinentransporte einzusetzen. Die Gasturbine selbst ist für ein Kraftwerksprojekt in Übersee bestimmt.
Stimmen zum Projekt
„Mit diesem Transport zeigen wir, dass Schwerlastlogistik auch emissionsfrei funktionieren kann“, sagte ein Sprecher von Siemens Energy. „Die Turbine ist das Herzstück eines Kraftwerks, und ihr Transport war bisher eine logistische Herausforderung. Jetzt haben wir eine saubere Lösung gefunden.“ Auch der Berliner Senat begrüßte die Entwicklung als Schritt in Richtung klimaneutrale Stadtlogistik.
Ausblick: Weitere Einsätze geplant
Das Elektrofahrzeug soll künftig regelmäßig für Turbinentransporte in Moabit genutzt werden. Siemens Energy prüft zudem den Einsatz an anderen Standorten. Die Technik könnte auch für andere Schwerlasttransporte in urbanen Räumen interessant sein, etwa für Transformatoren oder Großmaschinen.



