Der Batteriehersteller Varta aus Ellwangen steht vor der Zerschlagung. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, haben sich die Hauptgläubiger nicht auf eine Rettung des Unternehmens einigen können. Stattdessen soll der profitable Geschäftsbereich Haushaltsbatterien ausgegliedert und eine neue Eigentümerstruktur gesucht werden.
Operativer Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich
Laut dem Bericht besteht bei Varta ein operativer Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Zudem seien erhebliche Kapitalmaßnahmen notwendig, um den Betrieb nachhaltig fortzuführen. Ein Sprecher der Ad-hoc-Gläubigergruppe um Blantyre, Deutsche Bank, RBC Bluebay und Whitebox sagte der FAZ: „Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen.“
Apple als wichtigster Kunde verloren
Varta hatte zuvor seinen wichtigsten Kunden Apple verloren. Das Unternehmen stellte wiederaufladbare CoinPower-Knopfzellen für die AirPods-Kopfhörer des US-Konzerns her. Apple soll sich jedoch zu einem Lieferanten nach China umorientiert haben. Infolgedessen streicht Varta 350 Arbeitsplätze in Nördlingen (Bayern) und am Firmensitz in Ellwangen (Baden-Württemberg). Zudem belastete der schwächere Dollarkurs Ende 2025 die Kasse des Unternehmens.
Bereits Sanierungsverfahren im Juli 2024
Das Unternehmen hatte bereits im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet. Im April 2025 hieß es noch, die bilanzielle und strategische Neuaufstellung sei erfolgreich abgeschlossen worden. Nun folgt die Zerschlagung.



