Preisschub im Juli: Inflation klettert auf 2,8 Prozent
Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Juli deutlich beschleunigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Inflationsrate auf 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Juni hatte sie noch bei 2,3 Prozent gelegen. Damit liegt die Teuerung wieder näher an der Drei-Prozent-Marke, die Experten bereits in den kommenden Monaten für möglich halten.
Zwei Haupttreiber: Tankrabatt-Ende und Nahost-Krieg
Ausschlaggebend für den Anstieg waren zwei Faktoren: Zum einen lief der staatliche Tankrabatt am 30. Juni aus. Die Steuerentlastung an den Zapfsäulen hatte die Spritpreise in den Monaten Juni und Juli künstlich gedrückt. Mit ihrem Wegfall verteuerten sich Benzin und Diesel spürbar. Zum anderen ziehen die Ölpreise weltweit an, bedingt durch den wieder aufgeflammten Nahost-Konflikt. Die Unsicherheit in der Region treibt die Rohölnotierungen nach oben, was sich direkt auf die Kraftstoffpreise auswirkt.
Energie und Nahrungsmittel treiben Gesamtrate
Besonders stark verteuerten sich im Juli Energieprodukte. Neben Kraftstoffen stiegen auch die Preise für Heizöl und Erdgas. Auch Nahrungsmittel trugen zur höheren Inflation bei – hier lag die Teuerung über dem Durchschnitt. Dienstleistungen hingegen verteuerten sich moderater, sodass die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) geringer ausfiel.
Auswirkungen auf Verbraucher und Konjunktur
Der Inflationsanstieg belastet die Kaufkraft der Verbraucher. Experten rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter straffen könnte, um die Teuerung zu bekämpfen. Höhere Zinsen verteuern Kredite und könnten die Konjunktur bremsen. Das Statistische Bundesamt betont, dass die endgültigen Juli-Daten erst Mitte August vorliegen werden. Die erste Schätzung basiert auf Daten aus sechs Bundesländern.



