Deutsche Wirtschaft schrumpft 2024 um 0,3 Prozent
Deutsche Wirtschaft schrumpft 2024 um 0,3 Prozent

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Rezession. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2024 um 0,3 Prozent. Damit bestätigt die Behörde ihre vorläufige Schätzung vom Januar. Bereits im Vorjahr war die Wirtschaft um 0,1 Prozent geschrumpft.

Ursachen der Rezession

Als Hauptgründe für den Rückgang nannte das Statistische Bundesamt die anhaltend hohen Energiepreise, die schwache globale Nachfrage und die restriktive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. „Die deutsche Wirtschaft leidet unter einer Kombination aus strukturellen und konjunkturellen Problemen“, sagte Konjunkturexperte Dr. Klaus Müller vom Institut für Wirtschaftsforschung. Besonders betroffen sei die energieintensive Industrie.

Die Industrieproduktion ging im Jahresverlauf um 2,5 Prozent zurück. Die Exporte, traditionell eine Stütze der deutschen Wirtschaft, fielen um 1,8 Prozent. Auch der private Konsum blieb schwach, da die Verbraucher angesichts der Inflation und unsicherer Zukunftsaussichten weniger ausgaben.

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Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Trotz der Rezession blieb der Arbeitsmarkt relativ robust. Die Arbeitslosenquote stieg nur leicht von 5,7 auf 5,9 Prozent. „Die Unternehmen halten an ihren Fachkräften fest, weil sie wissen, dass sie diese bei einer Erholung dringend brauchen“, erklärte Arbeitsmarktexperte Prof. Anna Schneider. Allerdings nahm die Kurzarbeit zu: Im Dezember waren rund 200.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit, nach 150.000 im Vorjahresmonat.

Prognose für 2025

Die Bundesregierung erwartet für 2025 ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zeigte sich verhalten optimistisch: „Wir arbeiten daran, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu verbessern. Der Abbau von Bürokratie und die Förderung erneuerbarer Energien sind dabei zentrale Hebel.“ Kritiker bemängeln jedoch, dass die Regierung zu langsam reagiere. „Ohne eine grundlegende Reform der Energiepolitik wird sich die Wirtschaft nicht erholen“, warnte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Die Europäische Kommission prognostiziert für Deutschland in diesem Jahr ein Wachstum von 0,8 Prozent, sofern sich die weltwirtschaftliche Lage stabilisiert. Die Abhängigkeit von Exporten und die Unsicherheit über die Energieversorgung bleiben jedoch Risikofaktoren.

Vergleich mit anderen EU-Ländern

Deutschland schneidet damit schlechter ab als die meisten anderen EU-Staaten. Die EU insgesamt verzeichnete 2024 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Frankreich wuchs um 0,7 Prozent, Spanien um 1,5 Prozent. Nur Österreich und Tschechien verzeichneten ebenfalls einen Rückgang. „Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit“, stellte Ökonom Müller fest. „Die Investitionen in die Digitalisierung und Infrastruktur hinken hinterher.“

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