DHL sieht keine Kerosin-Knappheit durch Iran-Konflikt
DHL: Kein Risiko bei Kerosin trotz Iran-Krieg

Der Logistikkonzern DHL sieht seine Versorgung mit Kerosin für die Sommermonate trotz der Unsicherheiten durch den Iran-Krieg als gesichert an. Dies gab der Europa-Chef der DHL-Expresssparte, Mike Parra, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bekannt. Grund dafür seien eine Entspannung auf den Märkten und diversifizierte Bezugsquellen. „Im Moment sehen wir kein Risiko“, betonte Parra.

Marktentspannung und alternative Quellen

Der Markt für Flugkraftstoff habe sich in den vergangenen Wochen beruhigt, da die Nachfrage zurückgegangen sei und die Importe nach Europa aus den USA, Nigeria und Südkorea gestiegen seien. „Alles in allem gab es bisher keine Versorgungsengpässe“, erklärte der Manager. Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA hatte die Ölströme durch die Straße von Hormus am Persischen Golf zeitweise nahezu zum Erliegen gebracht. Normalerweise passiert etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und ein Viertel des europäischen Flugtreibstoffs diese Route, was zu Sorgen um eine Knappheit des wichtigen Rohstoffs führte.

Globale Netzwerke und Notfallpläne

Parra fügte hinzu, dass das globale Netzwerk und die Notfallpläne des Unternehmens es ermöglichen würden, potenzielle örtliche Knappheiten abzufedern. Flugzeuge könnten an alternativen Standorten betankt und Flugrouten bei Bedarf angepasst werden. Zudem könne DHL Express Fracht auf den Straßentransport verlagern oder über andere Knotenpunkte umleiten. Insgesamt verfüge die Sparte bei Kerosin über eine breite Basis von Lieferanten, mit denen sie seit langer Zeit zusammenarbeite. Auch mache nachhaltiger Flugkraftstoff (SAF) inzwischen zehn Prozent des Treibstoffmixes aus.

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Kundenverhalten unverändert trotz höherer Zuschläge

Das Verhalten der Kunden habe sich trotz der erheblich gestiegenen Kerosin-Zuschläge nicht verändert. Zuletzt lag der Zuschlag bei DHL bei 48,75 Prozent für internationale Express-Sendungen. Auch die Konkurrenten FedEx und UPS machen Mehrkosten durch gestiegene Sprit-Preise geltend. Die Zuschläge dienten ausschließlich der Deckung der Kosten und seien „keine zusätzliche Einnahmequelle“, unterstrich der Manager. Die Ergebnisse für das zweite Quartal bei Express Europa würden in etwa auf dem Niveau des ersten liegen: „Ich würde sagen, sie liegen auf dem Level, das wir im ersten Quartal gesehen haben.“

Zahlen und Fakten zu DHL Express

Die größte DHL-Sparte, die eilige Dokumente und Waren transportiert, beschäftigt weltweit rund 120.000 Menschen und verfügt über eine Flotte von rund 295 Flugzeugen. In Europa sind es rund 40.000 Mitarbeiter und über 100 Flugzeuge. Die Sparte Express hatte im ersten Quartal weltweit einen leichten Umsatzrückgang auf sechs Milliarden Euro verbucht, ihr operativer Gewinn (Ebit) zog dagegen deutlich um 20,6 Prozent auf 799 Millionen Euro an. In Europa verzeichnete DHL Express im ersten Quartal dabei ein Umsatzplus von 3,4 Prozent.

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