Die Wall Street startete am Dienstag uneinheitlich in den Handelstag. Der Dow Jones wurde durch einen drastischen Kurseinbruch der Aktien von IBM belastet, während der Nasdaq dank positiver Impulse aus dem Chip-Sektor im grünen Bereich blieb.
IBM-Warnung erschüttert Softwaresektor
IBM überraschte die Märkte mit einer Gewinnwarnung für das laufende Quartal. Der Konzern erklärte, dass viele Unternehmenskunden kurzfristig ihre IT-Investitionen von Software auf Server, Speicher und Rechenzentrumsinfrastruktur umschichten. Grund seien erwartete Preissteigerungen, gegen die sich die Kunden durch Vorabkäufe absichern wollten. Diese Entwicklung drückte nicht nur den IBM-Aktienkurs, sondern belastete den gesamten Softwaresektor. Analysten äußerten zudem die Sorge, dass KI-Infrastruktur derzeit mehrfach bestellt werde und die tatsächliche Nachfrage überschätzt sein könnte. Die Aktien von Chip- und Memory-Herstellern profitierten dagegen von der Umschichtung und hielten den Nasdaq im positiven Bereich.
Inflationsdaten unter den Erwartungen
Positive Nachrichten kamen von der Inflationsfront: Die Juni-Daten für die Gesamt- und Kerninflation lagen deutlich unter den Prognosen der Wall Street. Dies nahm sowohl den Renditen als auch dem US-Dollar etwas Druck. Die Entspannung bei der Inflation stützte die Märkte zusätzlich, obwohl der Ölpreis aufgrund der anhaltenden Kämpfe zwischen den USA und dem Iran weiterhin hoch blieb.
Bankenergebnisse übertreffen Erwartungen
Die Großbanken legten durchweg starke Quartalszahlen vor. JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo übertrafen die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich. Sie profitierten vom boomenden Aktienhandel, Investment Banking und einer robusten Kreditnachfrage. Dennoch reagierten die Aktien der meisten Banken leicht negativ, mit Ausnahme von Goldman Sachs. Dies deutet darauf hin, dass die guten Nachrichten bereits weitgehend eingepreist waren.
Ausblick
Die uneinheitliche Entwicklung an der Wall Street spiegelt die widersprüchlichen Signale wider: Einerseits belasten die IBM-Warnung und die geopolitischen Spannungen, andererseits stützen die niedrige Inflation und die starken Bankzahlen. Der weitere Verlauf wird davon abhängen, ob sich die Befürchtungen um eine Überbestellung von KI-Infrastruktur bestätigen und wie sich die Ölpreise entwickeln.



