Das Münchner KI-Rüstungs-Start-up Helsing hat in einer neuen Finanzierungsrunde 1,8 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,5 Milliarden Euro) eingesammelt. Damit steigt die Bewertung des Unternehmens auf 18 Milliarden Dollar. Helsing ist damit erneut Deutschlands wertvollstes Start-up und übertrifft alle anderen europäischen Rüstungs-Start-ups.
Helsing: Vom Start-up zum Milliarden-Konzern
Das Unternehmen wurde erst 2021 gegründet und gilt heute als einer der größten Hoffnungsträger für Europas neue Verteidigung. Helsing entwickelt KI-Software für Kampfjets, Drohnen und Unterwasser-Systeme und baut inzwischen auch eigene Waffen. Mitgründer Torsten Reil sprach früher von Ausgaben in Höhe von „hunderten Millionen“ Euro für die Entwicklung des unbemannten Kampfjets CA-1.
Der unbemannte Kampfjet CA-1: Flug für 2027 geplant
Besonders im Fokus steht der unbemannte Kampfjet CA-1, der künftig ohne Pilot fliegen und mit Künstlicher Intelligenz gesteuert werden soll. Der Jungfernflug ist für das nächste Jahr geplant. Für die Entwicklung benötigt Helsing erhebliche finanzielle Mittel. Auch bei Drohnen ist Helsing bereits im Geschäft: Die Kamikazedrohne HX-1 ist in der Ukraine im Einsatz, den Nachfolger HX-2 hat die Bundeswehr bestellt. Die HX-2 soll Ziele in bis zu 100 Kilometern Entfernung treffen können.
Investoren: US-Geld, aber europäische Kontrolle
An der neuen Finanzierungsrunde beteiligen sich neue und bestehende Investoren. Neu dabei sind unter anderem der US-Investor Dragoneer, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments. Trotz des US-Geldes betont Helsing: Die Firma bleibe mehrheitlich in europäischer Hand.
Rekordrunde als Signal für den Rüstungsmarkt
Der Deal zeigt, wie groß der Hunger der Investoren nach neuer Rüstungstechnik ist. Klassische Panzer und Munition bleiben wichtig, doch moderne Kriege werden immer stärker von Drohnen, Sensoren, Software und KI geprägt. Für Deutschland ist die Rekordrunde ein Signal: Während viele Start-ups ums Überleben kämpfen, fließen Milliarden in Verteidigungstechnik. Der Krieg in der Ukraine, die Angst vor Russland und die steigenden NATO-Ausgaben machen aus Rüstung wieder ein Wachstumsfeld.



