Adidas-Aktie stürzt trotz Rekordumsatz ab – CEO überrascht
Adidas-Aktie stürzt trotz Rekordumsatz ab

Der Sportartikelhersteller Adidas verzeichnete im zweiten Quartal 2026 dank der Fußball-Weltmeisterschaft einen Rekordumsatz, doch die Aktie des Dax-Konzerns stürzte ab. Die Anteilsscheine brachen zeitweise um 17 Prozent auf rund 150 Euro ein – ein Niveau, das bereits vor über drei Jahren erreicht wurde, als das Unternehmen noch deutlich weniger profitabel war.

Rekordumsatz durch Fußball-WM

Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko war für Adidas ein großer Erfolg. Sowohl Weltmeister Spanien als auch Finalgegner Argentinien liefen in Trikots mit den drei Streifen auf. Das Turnier bescherte dem Konzern zusätzliche Erlöse von mehr als 1,5 Milliarden Euro und führte zu einem Rekord-Quartalsumsatz. „Diese WM war wie ein Märchen für mich“, sagte CEO Björn Gulden bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag.

Kursrutsch trotz guter Geschäfte

Der drastische Kursverlust überraschte die Unternehmensführung. „Ich weiß es wirklich nicht, wir sind sehr überrascht“, so Gulden. Adidas habe geliefert, was es versprochen habe, und das zweite Quartal sei besser gelaufen als erwartet. Analysten vermuten, dass die hohen Marketingausgaben für die WM die Margen gedrückt haben könnten. Zudem könnte der eher vorsichtige Ausblick für die zweite Jahreshälfte Anleger verunsichert haben. Der Umsatz stieg zwar kräftig, aber die operative Marge sank aufgrund der Investitionen in die Marke.

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Wechsel im Finanzvorstand

Ein weiterer möglicher Grund für den Kursrutsch ist der angekündigte Abgang von Finanzvorstand Harm Ohlmeyer. Der Manager entschied sich nach fast 30 Jahren im Konzern, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Seine Nachfolgerin wird zum 1. Januar 2027 Birgit Kretschmer, die zuvor als Finanzchefin des Modehändlers C&A tätig war. Kretschmer arbeitete bereits früher für die Marke mit den drei Streifen. Der Wechsel kommt für viele Beobachter überraschend, da Ohlmeyer bei Investoren sehr beliebt war.

Ausblick und Reaktionen

Der Aktienkurs liegt nun wieder auf dem Niveau von vor drei Jahren, als Adidas noch deutlich weniger profitabel war. Das Unternehmen betonte, dass die langfristigen Aussichten gut seien. Die WM habe die Marke gestärkt und die Nachfrage in wichtigen Märkten angekurbelt. Dennoch bleibt die Unsicherheit an den Märkten hoch. Ob sich der Kurs erholen wird, hängt auch davon ab, wie die Investoren die künftige Strategie unter der neuen Finanzvorständin bewerten.

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