Die Deutsche Bahn wird am Donnerstag um 11 Uhr ihre Bilanz für das erste Halbjahr 2026 vorlegen. Der bundeseigene Konzern steht weiterhin unter massivem Druck: Bereits im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen einen Fehlbetrag von 2,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Hauptgründe waren Abschreibungen im Fernverkehr, der unter einer vielerorts sanierungsbedürftigen Infrastruktur leidet.
Anhaltende Pünktlichkeitskrise
Besonders deutlich wird die Misere bei der Pünktlichkeit. Im Juni lag der Anteil pünktlicher Fernverkehrszüge bei lediglich 52,6 Prozent. Die Deutsche Bahn führte dies teilweise auf die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte zurück, die zu Geschwindigkeitsbegrenzungen und technischen Störungen führte. Dennoch ist der Wert Ausdruck der strukturellen Probleme: Viele Streckenabschnitte sind überlastet und müssen generalsaniert werden.
Zehn Jahre Sanierungsbedarf
Bahn-Chefin Evelyn Palla hatte bereits im März anlässlich der Bilanz für das vergangene Jahr eine vorsichtige Trendwende angedeutet. Zugleich warnte sie jedoch: „Baustellen und Einschränkungen werden den Fernverkehr auch weiterhin belasten. Es wird mindestens zehn Jahre dauern, die Schiene wieder in einen guten Zustand zu bringen.“ Die Sanierungskosten werden auf mehrere Milliarden Euro beziffert, die teils aus dem Bundeshaushalt und teils aus eigenen Mitteln der Bahn finanziert werden müssen.
Ausblick auf die Halbjahreszahlen
Analysten erwarten, dass die Halbjahreszahlen erneut rote Zahlen zeigen werden. Zwar steigen die Fahrgastzahlen langsam wieder an, doch die hohen Investitionen in die Infrastruktur und die gestiegenen Energiepreise drücken auf das Ergebnis. Die Präsentation am Donnerstag wird daher mit Spannung erwartet, insbesondere ob die Bahn ihre Prognose für das Gesamtjahr anpassen muss.



