EU-Kommission genehmigt mögliche Übernahme von Hugo Boss durch Frasers Group
EU-Kommission genehmigt mögliche Hugo-Boss-Übernahme

Die Europäische Kommission hat der möglichen Übernahme des deutschen Bekleidungsherstellers Hugo Boss durch die britische Frasers Group grünes Licht gegeben. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, sei der angemeldete Zusammenschluss nach den EU-Wettbewerbsregeln zulässig, da er keine erheblichen Wettbewerbsbedenken aufwerfe.

Wettbewerbshüter sehen keine Marktverzerrung

Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die beteiligten Unternehmen infolge der geplanten Transaktion nur begrenzte Marktpositionen innehaben. Die Transaktion betreffe vor allem die Herstellung und den Einzelhandel mit hochwertiger Bekleidung, Schuhen und Accessoires. Daher sei nicht zu erwarten, dass der Wettbewerb im europäischen Wirtschaftsraum erheblich beeinträchtigt werde.

Hugo Boss-Management lehnt Angebot ab

Anfang Juli hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss den Aktionären empfohlen, das Angebot der Frasers Group abzulehnen. Der Angebotspreis von 38 Euro je Aktie spiegle den eigenständigen Wert und das zukünftige Wertschöpfungspotenzial von Hugo Boss nicht angemessen wider. Seit Mitte Juni versucht die Frasers Group im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots die Kontrolle über das schwäbische Modeunternehmen zu erlangen.

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Die Frasers Group, ein Einzelhandelskonglomerat hinter dem Unternehmer Mike Ashley, ist bereits mit etwas mehr als 30 Prozent direkt an Hugo Boss beteiligt. Das Übernahmeangebot wurde bis Mitte August verlängert. Analysten beobachten die Entwicklung mit Spannung, da eine erfolgreiche Übernahme weitreichende Folgen für die deutsche Modewelt haben könnte.

Finanzielle Lage und Ausblick bei Hugo Boss

Der Modekonzern aus Metzingen beschäftigt weltweit rund 20.000 Mitarbeiter, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Das Unternehmen kämpft derzeit mit einer schwachen Konsumlaune seiner Kundschaft. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll zwischen 300 und 350 Millionen Euro erreichen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Hugo Boss einen Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro.

Hintergrund der EU-Fusionskontrolle

Die EU-Kommission kontrolliert Unternehmenszusammenschlüsse, wenn die beteiligten Firmen bestimmte Umsatzschwellen überschreiten und in mehreren EU-Staaten tätig sind. Ziel der Prüfung ist es, sicherzustellen, dass der Wettbewerb im Binnenmarkt nicht erheblich beeinträchtigt wird. Im Fall von Hugo Boss und der Frasers Group wurden keine Bedenken festgestellt, was den Weg für eine mögliche Übernahme ebnet, sofern die Aktionäre zustimmen.

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