Der Geschäftszahlen-Newsblog vom 13. Juli 2026 zeigt ein gemischtes Bild der Unternehmensentwicklung. Während einige Konzerne wie Hapag-Lloyd und TSMC ihre Prognosen anheben, kämpfen andere wie Evotec und Volkswagen mit Gegenwind.
Evotec senkt Prognose und erwartet operativen Verlust
Das Hamburger Biotechunternehmen Evotec hat nach einem schwachen ersten Halbjahr seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Der Konzern erwartet nun einen Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro, nach zuvor prognostizierten 700 bis 780 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll bei minus 70 bis minus 105 Millionen Euro liegen, während zuvor ein ausgeglichenes Ergebnis bis zu einem Gewinn von 40 Millionen Euro erwartet wurde. Im ersten Halbjahr belief sich der Umsatz auf rund 300,1 Millionen Euro, das bereinigte Ebitda auf minus 42,7 Millionen Euro. Evotec leidet unter nachlassender Nachfrage und hohen Kosten. Im März kündigte das Unternehmen ein Sparprogramm an, das den Abbau von bis zu 800 Stellen und die Schließung von vier Standorten vorsieht. Die Restrukturierungskosten bezifferte Vorstandschef Christian Wojczewski auf rund 100 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2028.
Hapag-Lloyd hebt Ergebnisprognose an
Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hat ihre Gewinnprognose für 2026 dank starker Nachfrage und gestiegener Frachtraten angehoben. Der Vorstand erwartet nun ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 2,7 bis 3,7 Milliarden Dollar (rund 2,3 bis 3,3 Milliarden Euro), nach zuvor 1,1 bis 3,1 Milliarden Dollar. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll zwischen 0,1 und 1,1 Milliarden Dollar liegen. Wegen volatiler Frachtraten und geopolitischer Herausforderungen sei die Prognose jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet. Die Reederei leidet unter den Folgen von Seeblockaden im Nahen Osten, die wöchentliche Mehrkosten von 50 bis 60 Millionen Dollar verursachen. Konzernchef Rolf Habben Jansen erklärte im Mai, dass eine rasche Entspannung nicht absehbar sei.
TSMC mit Umsatzsprung im zweiten Quartal
Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal dank des KI-Booms um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar (rund 34,64 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt mit 1,26 Billionen Taiwan-Dollar gerechnet. Der Konzern, zu dessen Kunden Apple und Nvidia zählen, hatte die Veröffentlichung wegen eines Taifuns verschoben. Am Donnerstag will TSMC detaillierte Quartalsergebnisse präsentieren.
VW und BMW mit Absatzrückgängen in China
Volkswagen lieferte im ersten Halbjahr 4,1 Millionen Fahrzeuge aus, ein Rückgang von gut sechs Prozent. In China ging der Absatz um mehr als ein Viertel zurück. Auch in Nordamerika sank der Absatz um mehr als drei Prozent. In Europa legte der Konzern dagegen zu. Die vollelektrischen Auslieferungen der Kernmarke VW gingen um mehr als 28 Prozent zurück. BMW lieferte im ersten Halbjahr rund 1,15 Millionen Fahrzeuge aus, ein Rückgang von mehr als vier Prozent. In China brachen die Auslieferungen im zweiten Quartal um gut 30 Prozent ein. In den USA und Europa stiegen die Auslieferungen. Vertriebsvorstand Jochen Goller erklärte, für den iX3 liege das Unternehmen auf Kurs für 100.000 Bestellungen.
Weitere Unternehmensmeldungen
Covestro hob die Prognose für 2026 an und erwartet ein EBITDA deutlich oberhalb des Vorjahres. Südzucker steigerte den Gewinn im ersten Quartal trotz Umsatzrückgangs. Levi Strauss hob die Jahresziele nach einem starken Quartal an. Foxconn verzeichnete einen Umsatzsprung von fast 40 Prozent im zweiten Quartal. Nike übertraf die Umsatzerwartungen. Delivery-Hero-Großaktionär Prosus steigerte Umsatz und Gewinn. FlatexDegiro erreicht seine Ziele für 2027 bereits in diesem Jahr. Evonik profitierte von Lieferengpässen in Asien und hob die Prognose an. H&M verfehlte die Gewinnerwartungen. Brenntag hob die Gewinnprognose an. Hornbach verzeichnete trotz Umsatzwachstum einen Gewinnrückgang. Macy's erzielte erstmals seit 15 Quartalen wieder Umsatzwachstum. Hewlett Packard Enterprise erzielte ein Rekordquartal dank KI-Boom. CTS Eventim profitierte von den Olympischen Winterspielen. Salesforce erzielte ein Rekordergebnis, der Ausblick enttäuschte jedoch. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie erzielte Rekorde bei Umsatz und Beschäftigung. BayWa verzeichnete einen Umsatzrückgang. Xiaomi erlitt einen Gewinneinbruch. Richemont wuchs dank Schmuckgeschäft.



