Gartner erhöht IT-Ausgabenprognose: Rechenzentren treiben Wachstum
Gartner erhöht IT-Prognose auf 6,37 Billionen Dollar

Die Experten der Beratungsfirma Gartner haben zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate ihre Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben angehoben. Laut einer am Montag veröffentlichten Studie sollen die Ausgaben 2026 um 14,2 Prozent auf 6,37 Billionen Dollar steigen. Im April hatte Gartner noch ein Plus von 13,5 Prozent auf 6,31 Billionen Dollar vorhergesagt.

Ein Teil der zusätzlichen Kosten geht auf Lieferengpässe und steigende Preise für Komponenten wie Speicherchips zurück, erklärte Gartner-Analyst John-David Lovelock. Diese Engpässe belasten insbesondere die Hardware-Beschaffung für Rechenzentren, was sich in den höheren Ausgaben niederschlägt.

Treiber der Ausgaben: KI-Rechenzentren und Lieferengpässe

Der wichtigste Faktor für die Ausweitung der IT-Budgets bleibt der Bau neuer Rechenzentren. „Der Aufbau der für KI erforderlichen Rechenkapazität ist das größte Infrastrukturprojekt, das die Menschheit je in Angriff genommen hat“, betonte Lovelock. Die Investitionen in diesem Bereich sollen um 62,5 Prozent auf 822 Milliarden Dollar steigen, verglichen mit der vorherigen Prognose von 56 Prozent Wachstum auf 788 Milliarden Dollar.

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Diese Entwicklung wird durch den steigenden Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen angetrieben. Unternehmen weltweit investieren in leistungsfähige Server, Kühlsysteme und Netzwerkinfrastruktur, um KI-Modelle trainieren und betreiben zu können. Gartner erwartet, dass dieser Trend in den kommenden Jahren anhalten wird.

Google erhöht Investitionen in KI-Infrastruktur

Ein prominentes Beispiel für die Dynamik in diesem Sektor ist der Internetkonzern Google. Das Unternehmen hatte vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass es 2026 bis zu 205 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz investieren will – statt bisher maximal 190 Milliarden Dollar. Diese Anhebung unterstreicht den massiven Kapitalbedarf für den Bau und Betrieb von KI-Rechenzentren.

Analysten sehen darin ein Signal für die gesamte Branche. Auch andere Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon und Meta dürften ihre Investitionspläne nach oben schrauben, da der Wettlauf um KI-Führungskompetenz immer intensiver wird. Die Folge sind steigende Ausgaben für Hardware, Stromversorgung und Kühltechnik.

Breite Auswirkungen auf die IT-Branche

Die Prognose von Gartner umfasst alle Bereiche der Informationstechnologie: Hardware, Software, IT-Dienstleistungen und Telekommunikation. Besonders stark wachsen die Ausgaben für Rechenzentren und Cloud-Dienste. Die Vermietung von Rechenkapazitäten verzeichnet kräftige Zuwächse, da Unternehmen zunehmend auf externe Infrastruktur setzen, um ihre KI-Anwendungen zu skalieren.

Die steigenden Komponentenpreise treiben die Kosten für Server und Speichersysteme in die Höhe. Gleichzeitig erhöhen die Lieferkettenprobleme die Unsicherheit bei der Planung großer Projekte. Trotzdem bleiben die Investitionen auf Rekordniveau, da die Digitalisierung weiter voranschreitet und KI als strategischer Wettbewerbsfaktor gilt.

Gartner-Analyst Lovelock betonte, dass die Ausgaben für IT-Dienstleistungen ebenfalls zulegen, da Unternehmen externe Unterstützung bei der Integration und Optimierung von KI-Systemen benötigen. Insgesamt zeige die Prognose, dass die IT-Branche vor einer historischen Wachstumsphase stehe, die durch technologische Innovationen und massive Infrastrukturprojekte angetrieben werde.

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