Die US-Bilanzsaison beginnt mit starken Zahlen: JP Morgan und Goldman Sachs übertreffen die Erwartungen deutlich. Grund dafür sind ein starker Aktienhandel und der Boom im Investmentbanking.
Fünf der sechs mächtigsten Großbanken haben ihre Quartalsergebnisse präsentiert – und die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Grund für die Rekordergebnisse sind ein kräftig gewachsener Aktienhandel und ein massiver Anstieg im Investmentbanking.
JP Morgan: Höchster Quartalsgewinn der Geschichte
Die US-Bank JP Morgan Chase hat den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte verbucht: Der Gewinn des größten Geldhauses der USA stieg in den drei Monaten bis Ende Juni auf 21,2 Milliarden Dollar nach knapp 15 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, teilte die Bank am Dienstag mit. Je Aktie entsprach dies einem Ergebnis von 7,70 Dollar nach 5,24 Dollar vor einem Jahr.
Besonders deutlich übertrafen die Aktienhändler die Erwartungen der Analysten. Die Erträge aus dem Aktienhandel stiegen im zweiten Quartal um 86 Prozent auf 6,03 Milliarden Dollar und brachten das Handelsergebnis damit auf insgesamt 12,1 Milliarden Dollar – auf ein neues Rekordniveau. Zudem bescherte die langjährige Beteiligung von JP Morgan am Kreditkartenanbieter Visa dem Institut 4,6 Milliarden Dollar Sondereinnahmen.
Goldman Sachs und andere Banken legen zu
Auch Goldman Sachs verzeichnete einen Gewinnsprung. Der Gewinn stieg auf 3,6 Milliarden Dollar, verglichen mit 1,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die Erträge aus dem Investmentbanking legten um 53 Prozent zu, während der Aktienhandel um 68 Prozent zulegte. Wells Fargo steigerte den Gewinn auf 5,8 Milliarden Dollar, und Citigroup meldete einen Gewinn von 3,9 Milliarden Dollar. Lediglich die Bank of America enttäuschte mit einem leichten Gewinnrückgang auf 5,8 Milliarden Dollar.
Dimon warnt vor Risiken
Trotz der Rekordzahlen bleibt JP Morgan-Chef Jamie Dimon vorsichtig. „Wir sehen weiterhin erhebliche Risiken im Vorfeld“, sagte Dimon in einer Mitteilung. Er verwies auf geopolitische Spannungen, Inflation und die Unsicherheit über den weiteren Zinspfad der US-Notenbank. Dimon betonte, dass die Bank weiterhin konservativ wirtschafte und hohe Rücklagen bilde.
Die Ergebnisse zeigen, dass die US-Großbanken von der Erholung der Kapitalmärkte profitieren. Die Fusionen und Übernahmen ziehen wieder an, und große Börsengänge beflügeln das Investmentbanking. Analysten erwarten, dass auch die verbleibenden Banken in den kommenden Tagen starke Zahlen vorlegen werden.



