Abschlepp-Rekord in Hamburg: 17.201 Autos im ersten Halbjahr
Abschlepp-Rekord: 17.201 Autos in Hamburg

Die Zahl der in Hamburg wegen Falschparkens abgeschleppten Autos hat einen neuen Höchststand erreicht. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 17.201 Fahrzeuge abgeschleppt – so viele wie seit dem ersten Halbjahr 2019 nicht mehr. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Philipp Heißner hervor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl um 3,5 Prozent.

Rekordeinnahmen für die Stadt

Die Einnahmen aus den Abschleppvorgängen beliefen sich bis Juni auf knapp 8,8 Millionen Euro – ein neuer Rekord. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 haben sich die Einnahmen fast verdoppelt (plus 97 Prozent). Verglichen mit dem bisherigen Rekordjahr 2024 beträgt der Zuwachs 26 Prozent.

Der Senat begründet die Steigerung mit Sondereffekten: Im ersten Halbjahr seien zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt worden, um Rückstände nachzuarbeiten, „wodurch höhere Einnahmen als in den gleichen Zeiträumen der Vorjahre vereinnahmt werden konnten“. Zudem wurde die Amtshandlungsgebühr für das Abschleppen zwischenzeitlich um 14 Prozent erhöht.

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CDU wirft Abzocke vor

CDU-Verkehrsexperte Philipp Heißner kritisierte die Entwicklung scharf: „Es ist völlig richtig, Verkehrsregeln auch durchzusetzen. Aber es riecht nach Abzocke, wenn fast zwei Drittel der Fahrzeuge sichergestellt statt umgesetzt werden, die Gebühren erneut steigen und die Einnahmen binnen eines Jahres um 97 Prozent geradezu explodiert sind.“

Große Preisunterschiede je nach Verfahren

Ob ein Auto nach dem Abschleppen auf einen freien Parkplatz in der Nähe umgesetzt oder sichergestellt und zu einer der beiden Hamburger Verwahrstellen gebracht wird, macht preislich einen erheblichen Unterschied. Bei einer Sicherstellung liegen die Kosten laut Senat allein für den Abschleppvorgang zwischen knapp 227 und gut 439 Euro, je nach Fahrzeug und Situation. Hinzu kommen 89 Euro Amtshandlungsgebühr sowie eine Verwahrgebühr von 145 Euro für die ersten 24 Stunden. Jeder weitere Tag kostet 15,30 Euro.

Wird das Fahrzeug lediglich umgesetzt, fallen zwischen 151,38 und 309,30 Euro an. Dazu kommen eine Amtshandlungsgebühr von 112 Euro und ein Gemeinkostenzuschlag von 81,20 Euro.

Mehr Sicherstellungen als Umsetzungen

Das Verhältnis zwischen Umsetzungen und Sicherstellungen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren leicht zugunsten der Umsetzungen verbessert. Dennoch werden mit knapp 62 Prozent weiterhin deutlich mehr Autos sichergestellt – mit entsprechend höheren Kosten. Heißner sieht darin den „Verdacht nahe, dass die grün-geführte Verkehrsbehörde ihren erklärten Kulturkampf gegen Autofahrer auch beim Abschleppen weiterführt“.

Der Senat entgegnet, dass die beim Abschleppen entstehenden Kosten den personellen und technischen Aufwand widerspiegelten, der für das sichere und rechtmäßige Entfernen und Verwahren der Fahrzeuge erforderlich sei. Sie seien so bemessen, dass sie die entstandenen Kosten abdeckten.

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