Ex-Kassiererin enthüllt: 11 nervigste Fehler an der Supermarktkasse
Ex-Kassiererin: 11 nervigste Kundenfehler an der Kasse

Die häufigsten Fehler am Kassenband

Fast zwei Jahre lang arbeitete Charlotte Ziesing als Werkstudentin in verschiedenen Edeka-Märkten an der Kasse. In dieser Zeit erlebte sie viele typische Kundenfehler, die meist ohne böse Absicht passieren, den Arbeitsalltag aber unnötig erschweren. Sie hat die elf nervigsten Fehler zusammengestellt.

Schon beim Beladen des Kassenbands lassen sich viele Probleme vermeiden. Flaschen sollten so hingelegt werden, dass sie nicht wegrollen. Glasflaschen gehören niemals aufrecht aufs Band, weil sie leicht umfallen und zerbrechen können. Auch der Warentrenner sorgt immer wieder für Diskussionen. Die Lösung ist einfach: Nach dem Einkauf einen Trenner aufs Band legen. Pfandbons sollten nicht lose auf dem Kassenband liegen, da sie zwischen Band und Kasse rutschen können. Besser: kurz in der Hand behalten.

Waren nicht auftürmen und Kühlware richtig behandeln

Kurze oder volle Kassenbänder verleiten manche Kunden dazu, ihren gesamten Einkauf übereinanderzustapeln. Das kann Produkte beschädigen oder beim kleinsten Ruckeln des Bandes herunterfallen lassen. Große Artikel wie Getränkepackungen oder sperrige Waren haben oft eigene Nummern und müssen gar nicht erst aufs Band – das gilt auch für größeres Gemüse wie Weißkohl oder Blumenkohl.

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Ein besonders ärgerlicher Fehler: Kühlware einfach irgendwo ablegen. Wer ein Produkt doch nicht kaufen möchte, sollte es nicht in irgendein Regal zurücklegen, besonders bei gekühlten Lebensmitteln. Diese müssen dann weggeworfen werden, weil nicht bekannt ist, wie lange sie ungekühlt lagen. „Kunden, die das rohe Hähnchen zu den Süßigkeiten legen, nur um zwei Schritte zu sparen, sind ein ganz schlimmer Schlag Mensch“, so Ziesing. Fehlt der Aufkleber mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf einem Tiefkühlprodukt, darf es nicht mehr verkauft werden.

Kurz vor dem Bezahlen noch mal losrennen

Den falschen Käse im Wagen? Kein Problem. Aber wenn Kunden alles stehen und liegen lassen, um „schnell“ noch mal loszurennen, treibt das die Kassierer an den Rand des Wahnsinns. Besser: Artikel einfach an der Kasse abgeben und nach dem Bezahlvorgang gegen die gewünschten austauschen. Das spart Zeit und reduziert Stress.

Gutscheine, Coupons oder Kundenkarten sollten bereitgehalten werden, bevor der Bezahlvorgang beginnt. „Nicht nur ist es unfassbar nervig, wenn Sie erst kurz vor knapp Ihr Portemonnaie herauskramen, sondern es hält auch alles auf“, erklärt Ziesing. Viele Rabatte können nach dem Bezahlvorgang nicht mehr berücksichtigt werden. Gleichzeitig ist Geduld gegenüber älteren Menschen angebracht. Fragen nach Parkticket, DeutschlandCard, Payback oder Postleitzahl gehören in manchen Märkten zu den Vorgaben und müssen gestellt werden.

Große Scheine und der Ruf nach mehr Kassen

Kunden, die einen Einkauf über 1,39 Euro mit einem 100-Euro-Schein bezahlen möchten, haben „Streit als Hobby“, so Ziesing. Kassierer starten ihre Schicht nur mit einer begrenzten Menge Wechselgeld. Wer große Scheine wechseln möchte, hat bei Banken oder Spätis oft bessere Chancen.

Der Satz „Machen Sie endlich noch eine Kasse auf!“ kommt fast automatisch, wenn die Schlange länger wird. Doch manchmal gibt es keine weitere Kasse – etwa bei krankheitsbedingten Ausfällen. „Nur weil Kunden davon nichts mitbekommen, heißt das nicht, dass sich niemand bereits um Verstärkung kümmert“, betont Ziesing. In solchen Situationen hilft vor allem Geduld. Wer es besonders eilig hat, kann stattdessen die Selbstbedienungskasse nutzen.

SB-Kassen richtig nutzen und Missgeschicke melden

SB-Kassen sollen den Einkauf beschleunigen, aber nur, wenn sie richtig genutzt werden. Wer Tabak, Alkohol oder zwölf verschiedene Gemüsesorten hat, sollte nicht an die SB-Kassen gehen, da der Zeitvorteil sonst verloren geht. In vielen Märkten betreut derselbe Mitarbeiter gleichzeitig die normale Kasse und die SB-Kassen. Altersfreigaben, Fehlermeldungen oder Probleme beim Scannen kosten Zeit und verzögern die Warteschlange.

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Fällt im Supermarkt mal etwas herunter oder geht etwas kaputt, sollten Kunden direkt einen Mitarbeiter informieren. Niemand nimmt ein kleines Missgeschick übel. Problematisch wird es erst, wenn verschüttete Flüssigkeiten oder Scherben unbemerkt liegen bleiben. „Dann verteilen andere Kunden die Verschmutzung im Markt oder rutschen schlimmstenfalls aus“, warnt Ziesing.

Preise zurufen hilft nicht, Portemonnaie vergessen kein Drama

Suchen Kassierer einen Artikel im Kassensystem, benötigen sie meist die Produktnummer und nicht den Preis. Deshalb bringt es wenig, wenn mehrere Kunden gleichzeitig rufen: „Das kostet 1,99 Euro!“ Bei Obst und Gemüse reicht der Preis allein nicht aus. Wer ein Produkt mit fehlendem oder beschädigtem Barcode bemerkt, sollte ein Foto machen oder ein zweites Exemplar mit zur Kasse bringen.

Wer erst an der Kasse merkt, dass das Portemonnaie fehlt, sollte nicht in Panik geraten. Der Einkauf kann beiseitegestellt werden, bis Geld geholt wurde, oder die Ware wird wieder zurückgeräumt. „Bitte, bitte lassen Sie den Wagen nicht einfach irgendwo stehen, während Sie noch mal nach Hause laufen“, appelliert Ziesing. „Wir stehen dann da und müssen Ihre Absichten erraten.“

Fazit: Kleine Gesten machen den Unterschied

Die meisten schwierigen Situationen entstehen nicht aus Absicht. Oft fehlt einfach der Blick für den Arbeitsalltag hinter der Kasse. Ein freundliches „Hallo“ und „Tschüss“ sowie ein kurzer Moment ohne Kopfhörer oder Telefonat machen den Umgang deutlich angenehmer. Übrigens: Die meisten hochwitzigen Sprüche haben Kassierer an dem Tag schon mindestens zwölfmal gehört. Nein, nur weil der Barcode fehlt, bekommt man den Toast nicht umsonst.