Die Hitzewelle Ende Juni hat in Deutschland Tausende Todesopfer gefordert. Parallel zu den in der letzten Juniwoche erreichten Rekordtemperaturen von mancherorts mehr als 41 Grad Celsius starben etwa 23.900 Menschen und damit 7100 mehr als noch zwei Wochen zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Sterbefallzahlen lagen in der Woche vom 22. bis 28. Juni damit um 32 Prozent über dem Vergleichswert der Vorjahre.
Zahlen korrigiert: Mehr Hitzetote als zunächst angenommen
Die Statistikbehörde hatte zuvor bereits in ersten Schätzungen von etwa 6800 Hitzetoten Ende Juni gesprochen und dies nun weiter nach oben korrigiert. Das Robert-Koch-Institut nannte vergangene Woche eine Zahl von mindestens 5100 hitzebedingten Sterbefällen in Deutschland. Allein in der Woche mit den besonders heißen Tagen vom 22. bis 28. Juni gab es dem Institut zufolge rund 4310 Hitzetote.
Sterbefälle im zweiten Quartal: Juni sticht heraus
Im zweiten Quartal starben nach vorläufigen Angaben insgesamt rund 243.600 Menschen. Mit Ausnahme der letzten Juniwoche bewegten sich die Sterbefallzahlen zumeist im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre oder merklich darunter. Im April lagen sie demnach um fünf Prozent und im Mai um zwei Prozent unter den Vorjahreswerten. Die Sterbefallzahlen im von der Hitzeperiode geprägten Juni lagen hingegen um neun Prozent über dem Vergleichswert der Jahre 2022 bis 2025.
Hitze als bekannte Gesundheitsbelastung
Dass im Zusammenhang mit Hitze die gesundheitliche Belastung hoch ist und infolge dessen auch die Sterbefallzahlen ansteigen, ist nach Angaben der Statistikbehörde ein bekannter Effekt in Sommermonaten. Die Jahre 2018 und 2019 waren die bislang höchsten hitzebedingten Sterbefallzahlen mit jeweils 8400 beziehungsweise 6900 Hitzetoten. In den Jahren 2022 bis 2025 gab es geschätzt jeweils rund 2600 bis 4900 Hitzetote.
Kliniken und Heime oft unzureichend gekühlt
Besonders betroffen sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. „Das ungekühlte Patientenzimmer ist leider nach wie vor die Regel“, kritisieren Experten. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Hitze mehr Menschen das Leben kostet als bisher angenommen.



