Influencer-Paar unter Betrugsverdacht: 54.000 Euro von TikTok und Bürgergeld
Influencer-Paar unter Betrugsverdacht: 54.000 Euro von TikTok

Ein Influencer-Paar steht im Verdacht, mit Einnahmen aus TikTok-Videos in Höhe von rund 54.000 Euro gleichzeitig unrechtmäßig Bürgergeld bezogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs im Zusammenhang mit Sozialleistungen eingeleitet. Die zuständigen Behörden räumen ein, dass es bei der Kontrolle von Einkünften aus Social-Media-Aktivitäten nach wie vor erhebliche Lücken gibt.

Vorwürfe und Summen

Laut den Ermittlern soll das Paar über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg durch TikTok-Videos umgerechnet rund 54.000 Euro eingenommen haben. Gleichzeitig bezogen sie demnach Bürgergeld, das ihnen aufgrund der Einkünfte möglicherweise nicht zugestanden hätte. Die genaue Höhe des zu Unrecht erhaltenen Bürgergeldes ist noch Gegenstand der Untersuchungen. Die Behörden prüfen derzeit, ob die Einnahmen ordnungsgemäß gemeldet wurden.

Reaktion des Paares

Das Influencer-Paar hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen bestreiten sie jedoch, vorsätzlich gehandelt zu haben. Sie argumentieren, dass die Einnahmen aus TikTok nicht als regelmäßiges Einkommen zu werten seien, da sie stark schwankten. Die Staatsanwaltschaft sieht dies anders und wertet die Zahlungen als Einkünfte, die bei der Berechnung des Bürgergeldes hätten berücksichtigt werden müssen.

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Kontrolllücken bei Social-Media-Einkünften

Die Behörden räumen ein, dass die Überprüfung von Einnahmen aus Social-Media-Plattformen wie TikTok eine große Herausforderung darstellt. „Die Einkünfte sind oft nicht transparent und werden nicht immer von den Plattformen an die Finanzämter gemeldet“, erklärte ein Sprecher der zuständigen Behörde. „Wir sind auf die Angaben der Leistungsempfänger angewiesen, was ein erhebliches Risiko für Missbrauch birgt.“

Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums gibt es derzeit keine systematische Erfassung von Einkünften aus Social Media. Die Behörden setzen daher verstärkt auf Hinweise aus der Bevölkerung und gezielte Stichproben. Im aktuellen Fall war ein anonymer Hinweis Auslöser für die Ermittlungen.

Auswirkungen auf andere Leistungsempfänger

Der Fall hat eine Debatte über die Anfälligkeit des Bürgergeldsystems für Betrug ausgelöst. Sozialverbände fordern eine bessere digitale Vernetzung der Behörden, um Einkünfte aus Online-Tätigkeiten automatisch erfassen zu können. „Es kann nicht sein, dass Menschen, die mit Social Media Geld verdienen, dies nicht melden und weiterhin staatliche Leistungen beziehen“, kritisierte eine Sprecherin des Deutschen Sozialverbands. „Das untergräbt das Vertrauen in das System und benachteiligt diejenigen, die ehrlich sind.“

Der Fall zeigt auch, dass die Grenzen zwischen Hobby und Beruf bei Social-Media-Aktivitäten fließend sind. Experten empfehlen, dass jeder, der regelmäßig Einnahmen aus Online-Plattformen erzielt, diese bei den Behörden anzeigen sollte, auch wenn die Beträge gering sind.

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