Die hohen Mieten in Berlin zwingen viele Studierende zu unkonventionellen Wohnformen. Eine aktuelle Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh zeigt, dass 26,3 Prozent der Berliner Studenten noch bei ihren Eltern wohnen. Im bundesweiten Vergleich liegt der Anteil mit 27,9 Prozent ähnlich hoch. Besonders stark ausgeprägt ist dieses Phänomen im Saarland, wo über 40 Prozent der Studierenden im Elternhaus leben.
Wohnheimplätze in Berlin unterdurchschnittlich
Nur knapp acht Prozent der Berliner Studenten haben einen Platz in einem Wohnheim – das ist der niedrigste Wert in ganz Deutschland. Zum Vergleich: In Brandenburg beträgt der Anteil der Studierenden in Wohnheimen rund 25 Prozent, womit das Bundesland Spitzenreiter ist. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei etwa 15 Prozent. Die geringe Verfügbarkeit von Wohnheimplätzen in Berlin zwingt die Studierenden zu Alternativen.
Wohngemeinschaften und private Mietwohnungen
Der Rest der Berliner Studierenden verteilt sich auf Wohngemeinschaften außerhalb von Wohnheimen (23,6 Prozent) und private Mietwohnungen (34,2 Prozent). Damit ist die eigene Mietwohnung die häufigste Wohnform, gefolgt vom Elternhaus. Die Daten basieren auf Befragungen in den Wintersemestern 2023/24, 2024/25 und 2025/26, an denen insgesamt knapp 87.000 Studierende teilnahmen. Laut CHE-Sprecher Ulrich Müller zeigt die Studie, dass „die Wohnsituation in Berlin für Studierende eine besondere Herausforderung darstellt, da der Wohnungsmarkt extrem angespannt ist.“
Auswirkungen auf Studienalltag
Die hohen Mietkosten beeinflussen nicht nur die Wohnform, sondern auch das Studium selbst. Viele Studierende pendeln lange Wege oder müssen jobs annehmen, um die Miete zu bezahlen. Die CHE-Analyse unterstreicht den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Studierende, insbesondere in Großstädten wie Berlin. Die Politik sei gefordert, hier gegenzusteuern, so Müller.



