Der ehemalige Weltranglistenerste im Golf, Martin Kaymer, hat offenbart, dass er über einen längeren Zeitraum hinweg täglich hohe Dosen von Schmerzmitteln einnehmen musste, um überhaupt an Turnieren teilnehmen zu können. Der 40-jährige Profi berichtete im Interview mit dem Sender Sky von gesundheitlichen Problemen, die ihn in den vergangenen vier Jahren stark belasteten.
Bis zu 3500 Milligramm Ibuprofen am Tag
Kaymer erklärte, dass er zeitweise bis zu 3500 Milligramm Ibuprofen pro Tag zu sich genommen habe. Die empfohlene Tageshöchstdosis für Erwachsene liegt bei 2400 Milligramm. In Deutschland sind Tabletten mit bis zu 400 Milligramm Wirkstoff frei verkäuflich, höhere Dosierungen sind rezeptpflichtig. „Ich habe teilweise vier, fünf Turniere gespielt, ohne jegliches Training, sondern nur die Turnierrunden. Ich habe mich dann mit Schmerzmitteln zugeballert, um die Turniere zu spielen“, sagte Kaymer.
Körperliche Erholung und mentale Belastung
Der Golfer betonte, dass er die Tage ohne Turnierrunden zur Erholung von seinem hohen Schmerzmittelkonsum benötigte. „Und wenn du das vier, fünf Tage in Folge nimmst, war ich immer froh, wenn Montag, Dienstag war, wo der Körper wieder ein bisschen relaxen kann“, so Kaymer. Er räumte ein, dass er sich Gedanken darüber gemacht habe, wie lange er diese Belastung noch durchhalten könne. Die Beschwerden hätten sich auch negativ auf sein Spiel ausgewirkt, was zu vielen Fehlern geführt habe.
Karriere und aktuelle Situation
Martin Kaymer, der 2010 die PGA Championship und 2014 die US Open gewann, war zwischenzeitlich die Nummer eins der Weltrangliste. Seit 2022 spielt er auf der von Saudi-Arabien finanzierten LIV Tour. Aktuell wird er auf Rang 735 geführt, auch weil LIV-Turniere nicht für die Weltrangliste zählen. Zuletzt zeigte er wieder aufsteigende Form und beendete die PGA Championship auf Platz 35. Gesundheitlich sei inzwischen alles in Ordnung, sagte Kaymer. Die vergangenen vier Jahre seien frustrierend gewesen – mit vielen Aufs und Abs. Die PGA Championship habe er jedoch schmerzfrei spielen können.
Risiken von Schmerzmitteln im Sport
Der Fall Kaymer wirft ein Schlaglicht auf den weit verbreiteten Konsum von Schmerzmitteln im Sport. Auch Breitensportler greifen häufig zu Ibuprofen und anderen Präparaten, um Leistung zu steigern oder Schmerzen zu unterdrücken. Experten warnen jedoch vor den beträchtlichen Risiken, wie Magen-Darm-Blutungen, Nierenschäden und Herz-Kreislauf-Problemen. Die Einnahme sollte stets mit einem Arzt abgestimmt werden.



