Kölner Dom: Eintritt ab Juli zwölf Euro – Beten bleibt kostenlos
Kölner Dom: Eintritt ab Juli zwölf Euro

Der Kölner Dom führt ab dem 1. Juli 2026 eine Eintrittsgebühr ein. Wie das Domkapitel mitteilte, müssen Besucher dann zwölf Euro zahlen, um das Kircheninnere zu besichtigen. Die Einnahmen sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms decken. Der Eintritt gilt für den großen Innenraum; Gottesdienstbesucher und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleiben kostenfrei.

Gratis-Zugang für Beter und besondere Tage

Der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleibt kostenlos. Zudem öffnet der Dom an mehreren Tagen im Jahr für alle ohne Gebühr: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag, am 1. Mai (Tag der Arbeit), am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie während der Dreikönigswallfahrt. Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Besucher weiterhin einen kleinen Bereich gratis zum Beten betreten. Der westliche Haupteingang ist nur mit Ticket zugänglich. Eine Kontrolle, ob jemand tatsächlich betet, wird laut Domkapitel nicht erfolgen.

Finanzielle Notwendigkeit nach Defiziten

Bislang war der Dom kostenlos zugänglich, lediglich für die Schatzkammer und den Aufstieg zur Aussichtsplattform wurde Eintritt verlangt. Das Domkapitel gab bekannt, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge Verluste erzielt wurden. „Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind“, erklärte Domrendant Clemens van de Ven. Die täglichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 44.000 Euro.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Debatte um Eintrittsgebühr

Die Ankündigung der Gebühr Anfang März hatte in Köln eine heftige Debatte ausgelöst. Befürworter verweisen auf andere Kathedralen wie den Mailänder Dom oder die St. Paul’s Cathedral in London, die ebenfalls Eintritt verlangen. Ein Standardticket für die Sagrada Familia in Barcelona kostet 26 Euro. Allerdings gibt es auch prominente Gegenbeispiele: Notre-Dame in Paris und der Petersdom in Rom bleiben kostenlos. Gegner der neuen Gebühr befürchten, dass der Dom seine Funktion als für alle zugängliches Herz der Stadt verlieren könnte.

Ermäßigungen und Stimmen

Dompropst Guido Assmann zufolge machen Touristen rund 99 Prozent der Besucher aus. Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die heute den Zentral-Dombau-Verein leitet, hatte sich für einen Eintritt unter zehn Euro ausgesprochen. Der nun festgelegte Preis von zwölf Euro liegt darüber. Der Zentral-Dombau-Verein sammelt seit 1842 Geld für den Dom, zunächst für die Fertigstellung und seit 1880 für die Instandhaltung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration