Die Stadt München hat mit sofortiger Wirkung eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Bewässerung im großen Stil verbietet. Hintergrund ist der stark gestiegene Wasserverbrauch aufgrund von Hitze und Trockenheit. Bisherige Appelle zum Wassersparen blieben wirkungslos. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Was ist verboten?
Die Verfügung umfasst ein breites Spektrum an Nutzungen. Privatpersonen dürfen keine Pools oder Badebecken mehr befüllen. Auch Springbrunnen, Wasserspielanlagen und Wassertonnen sind betroffen. Das Gießen von Haus- und Kleingärten ist nur noch in den Morgen- und Abendstunden erlaubt: Von 9 bis 19 Uhr ist es untersagt, Gehölze, Hecken, Stauden, Beete oder Zierpflanzen zu bewässern. Rasenflächen und sonstige Grünflächen, die nicht gewerblich oder öffentlich genutzt werden, dürfen gar nicht mehr bewässert werden. Ausgenommen sind Sportplätze, land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie Friedhöfe.
Weitere Einschränkungen
Das Waschen von privaten Fahrzeugen ist nur noch in gewerblichen Waschanlagen erlaubt. Das Abspritzen von Terrassen, Wänden, Straßen, Dächern, Hof- und Wegflächen mit Hochdruckreinigern ist ebenfalls verboten. Die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern im Stadtgebiet München für diese Zwecke ist untersagt, außer zum Tränken von Vieh oder für landwirtschaftliche Bedarfe sowie bei vollständiger Rückleitung des Wassers.
Geltungsdauer und Hintergrund
Die Verfügung gilt bis zum 1. August 2026, kann aber verlängert werden. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) erklärte: „Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert.“ Der Wasserverbrauch sei auf über 360 Millionen Liter pro Tag gestiegen, normal seien 300 Millionen Liter. Stadtwerke-Vorsitzender Florian Bieberbach betonte, die Verfügung gelte für das gesamte Versorgungsnetz, einschließlich Umlandgemeinden. Krause appellierte an die Bürger, sich an die Regeln zu halten, damit sich die Grundwasserpegel erholen.
Vergleich mit anderen Kommunen
Bereits Ende Juni hatte die Stadt Landau an der Isar in Niederbayern ein Bewässerungsverbot erlassen. Zahlreiche weitere Gemeinden in Bayern riefen ihre Bürger zum Wassersparen auf. Die für die kommenden Tage vorhergesagten Niederschläge dürften laut Stadtsprecher nicht ausreichen, um die Situation zu entspannen.



