Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Berlin weiter aus und verunsichert viele Eltern. Sie fragen sich, ob Parks und Spielplätze noch sicher sind. Weder der Senat noch die Bezirke haben eine Lösung parat, sondern eine Berlinerin hat auf eigene Faust gehandelt. Sie entwickelte eine Live-Karte im Internet, die die Standorte der giftigen Nester der Raupe anzeigt. Zuerst berichtete der „Tagesspiegel“ darüber.
So funktioniert die Karte
Das Prinzip ist einfach: Berlinerinnen und Berliner können einen Befall mit der GPS-Funktion ihres Handys melden. Optional können sie angeben, was sich in der Nähe befindet, zum Beispiel ein Spielplatz. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass der Schulhof der Reinhardswald-Grundschule in Berlin-Kreuzberg seit Mittwoch wegen Befalls teilweise gesperrt ist. Die Meldung kann anonym hochgeladen werden und ist sofort für andere Nutzer sichtbar. Bereits nach kurzer Zeit sind rund 400 Meldungen zusammengekommen.
Risikobewertung für Bezirke
Mithilfe der eingegebenen Daten der Nutzer sowie Angaben des Berliner Pflanzenschutzamtes erstellt das Programm für jeden Bezirk einen Risikowert. Die Karte können mittlerweile auch Bürger in Hamburg und München nutzen und selbst Meldungen in ihren Städten erstellen. Entwickelt wurde das Tool von Britta Wunderwald. Ein Schulfreund ihres Sohnes zeigte Symptome eines Kontakts mit dem Eichenprozessionsspinner. Als die Berlinerin dann im Internet schnell nachschauen wollte, in welchen Bereichen Berlins sich die giftige Raupe ausbreitet, stellte sie fest, dass es bis dahin keine Karte gab. Kurzerhand eignete sich Wunderwald das Wissen zum Entwickeln des Tools selbst an, auch um „einen gesellschaftlichen Mehrwert zu bieten“, wie sie gegenüber dem „Tagesspiegel“ betonte.
Hintergrund: Der Eichenprozessionsspinner
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind mit giftigen Brennhaaren bedeckt, die bei Menschen Hautausschläge, Juckreiz und Atemprobleme auslösen können. Besonders gefährdet sind Kinder, die oft in Parks und auf Spielplätzen spielen. Die Karte soll helfen, betroffene Gebiete zu meiden und die Verbreitung besser zu verstehen.



