USA: Tausende dosieren Abnehmspritze Semaglutid falsch
Tausende dosieren Abnehmspritze in USA falsch

Seit der Zulassung des Diabetesmittels Semaglutid zum Abnehmen in den USA im Jahr 2021 häufen sich die Anrufe bei Giftnotrufzentralen. Eine Studie der University of Texas at San Antonio, veröffentlicht im „Journal of Medical Toxicology“, zeigt einen deutlichen Anstieg der gemeldeten Fälle.

Studie belegt Anstieg der Notrufe um das Fünffache

Vor der erweiterten FDA-Zulassung registrierten die US-Giftnotrufzentralen jährlich zwischen 1000 und 1500 Fälle im Zusammenhang mit GLP-1-Rezeptoragonisten, zu denen auch Semaglutid gehört. Ab Mitte 2021 verdoppelte sich diese Zahl fast: Bis 2023 verzeichneten die Zentralen mehr als 8000 entsprechende Anrufe. Die häufigsten Beschwerden waren Übelkeit (30,7 Prozent) und Erbrechen (28,5 Prozent).

Ursache: versehentliche Fehldosierung

Laut der Studie steckt hinter den meisten Fällen kein absichtlicher Missbrauch, sondern versehentliche Dosierungsfehler. Zwei Pannen treten besonders häufig auf: Patienten spritzen sich das Mittel täglich – vorgesehen ist eine Spritze pro Woche – oder beginnen mit der höchsten Dosis, statt die Menge langsam zu steigern.

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„Wenn die GLP-1-Medikamente an Diabetespatienten abgegeben werden, ist das eine völlig andere Geschichte, als wenn das Mittel zur Gewichtsregulierung eingesetzt wird“, sagt Co-Autor David Han. Die Forscher führen den Anstieg auf die erweiterte FDA-Zulassung zurück.

Betroffene werden jünger und weiblicher

Die US-Daten zeigen zudem, wie sich die erfassten Fälle seit der erweiterten Zulassung verändert haben: Das Durchschnittsalter sank von 57 auf 51,6 Jahre, der Frauenanteil stieg von 68,9 auf 78,2 Prozent.

Situation in Deutschland

In Deutschland kam Semaglutid im Juli 2023 zur Behandlung von Adipositas auf den Markt. Eine wissenschaftliche Evidenz zur Zunahme von Fehldosierungen gibt es hierzulande bisher nicht. Die Forscher betonen die Notwendigkeit besserer Aufklärung: „Denn wie sich dieses Medikament in unserem Körper verhält und wie sicher es langfristig ist, ist noch nicht vollständig geklärt“, so Co-Autor Han.

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