Sonnenschutz-Trick: So viel Sonnencreme brauchen Sie wirklich
Teelöffel-Trick: So viel Sonnencreme schützt optimal

Endlich ist der Sommer da: Freibäder füllen sich, Liegewiesen sind dicht besiedelt, und die Sonne verwöhnt Deutschland mit strahlendem Wetter. Doch während wir die warmen Strahlen genießen, vergessen wir oft den notwendigen Schutz. Hautärzte betonen: Jeder ungeschützte Sonnenstrahl hinterlässt Spuren. Wer das Eincremen vernachlässigt, riskiert langfristige Hautschäden. Daher stellt sich die Frage: Wie viel Sonnencreme ist eigentlich ausreichend, und welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige?

Die richtige Menge Sonnencreme: Teelöffelregel und Zwei-Finger-Regel

Die Dermatologin Prof. Michaela Axt-Gadermann erklärt: „Viele Menschen tragen Sonnenschutz viel zu dünn auf. Dadurch wird der auf der Verpackung angegebene Lichtschutzfaktor oft nicht erreicht.“ Ihr Kollege Dr. Timm Golüke warnt ebenfalls vor falscher Sparsamkeit: „In Studien wird von etwa 2 Milligramm pro Quadratzentimeter Haut ausgegangen.“ Um die optimale Menge zu ermitteln, empfehlen die Experten einfache Haushaltsregeln.

Teelöffelregel für den ganzen Körper

Die Teelöffelregel hilft, die benötigte Menge Sonnenmilch abzuschätzen: Vorschulkinder benötigen von Kopf bis Fuß etwa 4 Teelöffel (20 ml), Schulkinder 5 Teelöffel (25 ml) und Erwachsene mindestens 6 Teelöffel (30 ml). Diese Menge verteilt man gleichmäßig auf alle Körperpartien.

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Zwei-Finger-Regel für einzelne Bereiche

Für spezifische Körperteile eignet sich die Zwei-Finger-Regel: Gesicht und Hals benötigen etwa zwei Fingerlängen Sonnenmilch, ein Arm ebenfalls, ein Bein eher drei bis vier Fingerlängen. Wer unsicher ist, kann zunächst die Hälfte auftragen, warten, bis die Creme eingezogen ist, und dann nachcremen. So stellt man sicher, dass die Haut vollständig bedeckt ist.

Nachcremen und richtiges Auftragen nicht vergessen

Gerade beim Baden und Schwitzen lässt der Schutz schnell nach. „Wer länger in der Sonne bleibt oder sich nach dem Baden abtrocknet, muss nachcremen, denn wasserfest heißt nicht wischfest“, betont Axt-Gadermann. Ein häufiger Fehler ist das intensive Einmassieren der Creme. „Wird sie stark verrieben, verliert sie einen Großteil ihrer Schutzwirkung. Besser schützt ein gleichmäßiger Film, der nur auf der Haut verteilt, aber nicht eingerieben wird“, erklärt die Medizinerin.

Den richtigen Lichtschutzfaktor wählen

Neben der Menge ist der Lichtschutzfaktor (LSF) entscheidend. „Der LSF sollte mindestens das Zwei- bis Dreifache des aktuellen UV-Index betragen – und auch ein UVA-Schutz ist wichtig“, rät Axt-Gadermann. Menschen mit hellem Hauttyp sollten je nach UV-Index LSF 20 bis 50+ wählen, Erwachsene mit dunklerem Teint kommen mit LSF 15 bis 30 aus. „Babys sollten gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden, und Kinder benötigen einen sehr hohen Lichtschutzfaktor von 50+“, fügt sie hinzu. Auch Senioren haben dünnere Haut und sollten einen hohen LSF zwischen 30 und 50 verwenden.

Besondere Schutzbedürfnisse

Die sogenannten „Sonnenterrassen“ wie Nase, Stirn, Ohren, Schultern, Nacken und Dekolleté benötigen besonderen Schutz. „Im Alltag ist LSF 30 ein guter Mindestschutz, im Urlaub, in den Bergen oder am Wasser eher LSF 50“, empfiehlt Golüke. Auch die Augen leiden unter UV-Strahlen – eine gute Sonnenbrille mit UV-Filter ist daher unverzichtbar.

Weitere wichtige Hinweise

Schatten unter einem Baum entspricht nur einem LSF von 5 bis 15, ein Sonnenschirm liefert LSF 5 bis 10. Die Strahlung kann durch Reflexionen von Wasser, Sand oder Hauswänden sogar verstärkt werden. Daher sollte man sich auch beim Autofahren eincremen, um Hautkrebs vorzubeugen. Mit diesen Tipps und der richtigen Anwendung von Sonnencreme steht einem unbeschwerten Sommer nichts mehr im Wege.

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