Nachdem in den USA eine massive Durchfallwelle Tausende Menschen in Dutzenden Bundesstaaten infiziert hat, meiden US-Verbraucher bestimmte Restaurantketten und kaufen in Supermärkten weniger Salat ein. Das geht aus Analysen der Cloud-Plattform Placer.ai hervor, die die Verweildauer von Gästen und die Besucherfrequenz misst. Eine allgemeine Verwirrung um die Ursache des Ausbruchs und die Frage nach sicheren Lebensmitteln führt zu diesem Rückgang.
Eisbergsalat zunächst im Verdacht
Zunächst stand Eisbergsalat im Fokus. Die US-Gesundheitsbehörde CDC brachte einen Ausbruch des Parasiten Cyclospora mit dem Verzehr von Salat in Verbindung. Die Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA verdächtigte Salat, der in Taco Bell-Restaurants serviert wurde und aus den Betrieben des Unternehmens Taylor Farms in Zentralmexiko stammte. Taco Bell nahm am 17. Juli den Salat von Taylor Farms aus dem Sortiment, und der Zulieferer zog potenziell betroffene Produkte vom Markt. Dennoch stiegen die Fallzahlen weiter. Die FDA zog ihre Verdächtigungen gegen die genannten Unternehmen zurück.
Suche nach der Ursache
Welche Lieferanten oder Ketten verantwortlich sind, bleibt unklar. Laut Reuters untersuchen Gesundheitsbehörden nun weitere Quellen wie Petersilie und Koriander. Da die Region Zentralmexiko mit dem Ausbruch in Verbindung gebracht wird, stoppten große Händler und Restaurantketten Lieferungen aus diesen Gebieten. Die Verbraucher reagierten prompt: Placer.ai zufolge sank der Kundenverkehr bei Taco Bell seit dem 13. Juli täglich und lag am 23. Juli um mehr als 20 Prozent unter dem Durchschnitt der Donnerstage von Januar bis Anfang Juli.
Käufe brechen ein
Auch andere Ketten verzeichneten Rückgänge: Chopt verlor am 23. Juli 12,2 Prozent der Laufkundschaft im Vergleich zu den durchschnittlichen Donnerstagen der sechs Vormonate, Chipotle Mexican Grill 1,4 Prozent und Panera Bread 3,1 Prozent. Im Einzelhandel brachen die Salatkäufe ein. Paul Sellew, CEO von Little Leaf Farms, beklagte einen massiven Umsatzrückgang: „Die gesamte Kategorie der Frischprodukte im Einzelhandel verzeichnet einen Rückgang. Die Verbraucher lassen sich von Angst leiten.“
Experten: Verzicht nicht nötig
Dr. Tyler Evans von der Wellness Equity Alliance sagte Reuters, gesunde Erwachsene könnten Blattgemüse bedenkenlos essen, solange es nicht aus Regionen wie Michigan stamme, wo die Krankheit grassiert. „Wenn es sich um einen Rückruf von Süßigkeiten oder Lakritz handeln würde, würde ich sagen: ‚Essen Sie es einfach nicht.‘ Aber der ernährungsphysiologische Nutzen von Blattgemüse ist erheblich, daher wollen wir den Menschen nicht raten, darauf um jeden Preis zu verzichten“, so Evans.



