Die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test von zwölf Kinderwagen in mehreren Modellen verbotene Weichmacher und langlebige Chemikalien gefunden. Lediglich vier Produkte erhielten die Gesamtnote „gut“. Die Tester untersuchten neun Kombi-Kinderwagen für ein Kind sowie drei Modelle für zwei Kinder namhafter Hersteller wie Britax Römer, Bugaboo, Hauck, Joolz, Maxi-Cosi und Stokke.
Verbotene Weichmacher in Kinderwagen entdeckt
Besonders kritisch bewerteten die Tester den Nachweis von verbotenen Weichmachern in mehreren Kinderwagen. Diese Stoffe gelten als gesundheitsschädlich und sind seit Jahren in der EU verboten. Darüber hinaus fanden die Prüfer PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien, die wegen ihrer Langlebigkeit Umwelt und Gesundheit belasten. Holger Brackmann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest, erklärte: „Die gefundenen Stoffe sind seit Jahren verboten. Die Hersteller müssen dringend nachbessern und sicherstellen, dass solche Chemikalien nicht mehr in ihren Produkten vorkommen.“
PFAS und weitere Schadstoffe
Neben den Weichmachern entdeckten die Tester auch andere bedenkliche Chemikalien. PFAS werden in vielen Alltagsprodukten eingesetzt, sind aber schwer abbaubar und reichern sich in der Umwelt an. Die genauen Mengen und die betroffenen Modelle nannte die Stiftung Warentest in ihrem ausführlichen Testbericht. Eltern, die einen Kinderwagen kaufen, sollten daher besonders auf schadstoffgeprüfte Modelle achten.
Mängel bei Maßen und Ausstattung
Neben den Schadstoffen beanstandete die Stiftung Warentest auch die Maße einiger Kinderwagen. Teilweise seien die Liegewannen zu kurz oder zu schmal, sodass Babys ihnen vergleichsweise schnell entwachsen könnten. Auch andere Ausstattungsdetails wie die Größe des Einkaufskorbs oder die Handhabung beim Zusammenklappen wurden kritisiert. Die Tester prüften zudem die Alltagstauglichkeit, etwa das Schieben auf unterschiedlichem Untergrund und das Überwinden von Bordsteinkanten.
Sicherheit und Robustheit überzeugen
Eine positive Nachricht: Gravierende Sicherheitsmängel stellten die Tester bei keinem der untersuchten Modelle fest. Alle Kinderwagen wurden als „ausgesprochen robust“ beschrieben. Die Verarbeitung und Stabilität seien durchweg gut. Dies dürfte für viele Eltern beruhigend sein, da Sicherheit beim Kinderwagen oberste Priorität hat.
Nur vier Modelle mit Gesamtnote 'gut'
Am Ende schnitten lediglich vier der zwölf getesteten Kinderwagen mit der Gesamtnote „gut“ ab. Die übrigen Modelle verloren vor allem wegen der nachgewiesenen Schadstoffe oder weiterer Schwächen bei der Ausstattung und Alltagstauglichkeit Punkte. Die genauen Ergebnisse veröffentlicht die Stiftung Warentest in ihrer August-Ausgabe der Zeitschrift test. Die Stiftung Warentest untersucht seit 1964 unabhängig Produkte und Dienstleistungen. Sie finanziert sich überwiegend über den Verkauf ihrer Zeitschriften und Onlineinhalte. Im Jahr 2025 hatten rund 140.200 Menschen ein kostenpflichtiges Abonnement der Stiftung.



