Unbekannte haben in der Nacht zum Samstag 19 Leitpfosten entlang einer Landstraße zwischen Dürrwangen und Zillhausen im Zollernalbkreis herausgerissen und neben der Fahrbahn abgelegt. Laut Polizei wurden die Pfosten am Sonntag von Einsatzkräften wieder eingesetzt. Eine konkrete Gefährdung für Verkehrsteilnehmer habe nicht bestanden, teilte die Polizei mit. Wer für die Tat verantwortlich ist, bleibt unklar.
Leitpfosten: Mehr als nur ein Pfosten
Leitpfosten werden entlang von Straßen aufgestellt, um die Fahrbahnränder zu markieren. Sie sind mit reflektierenden Folien ausgestattet, die das Scheinwerferlicht zurückwerfen. Dadurch erkennt der Fahrer die Linienführung der Straße, besonders in Kurven oder bei schlechter Sicht. Auf unbeleuchteten Landstraßen sind sie oft die einzige Orientierung. Das Reißen solcher Pfosten kann daher die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.
Im Zollernalbkreis sorgte die Aktion für polizeilichen Einsatz. Die Beamten rückten an und setzten die Pfosten wieder in den Boden. Ob die Pfosten durch die Aktion beschädigt wurden, ist nicht bekannt. Vermutlich blieben sie unbeschädigt, da sie von den Einsatzkräften einfach wieder aufgestellt wurden. Das genaue Ausmaß des Schadens wird von den zuständigen Straßenbaubehörden überprüft.
Landstraße zwischen Dürrwangen und Zillhausen
Die betroffene Landstraße verbindet die beiden Orte Dürrwangen und Zillhausen in der Nähe der Schwäbischen Alb. Dürrwangen ist ein Ortsteil von Hausen am Tann, während Zillhausen zu Balingen gehört. Die Region ist durch hügelige Landschaften und kurvenreiche Straßen geprägt. Pendler nutzen die Strecke für den Weg in die umliegenden Städte. Leitpfosten sind hier besonders wichtig, da sie den Fahrbahnverlauf in unübersichtlichen Abschnitten anzeigen.
Die Schwäbische Alb ist bekannt für ihre offenen Wiesen und Wälder. Die Landstraßen schlängeln sich durch Täler und über Anhöhen. Gerade auf solchen Strecken sind Leitpfosten unverzichtbar.
Da die Tat in der Nacht geschah, gehen die Ermittler davon aus, dass sie unbemerkt blieb. Polizei und Straßenbetriebe kennen solche Vorfälle: Immer wieder werden Leitpfosten ausgerissen, umgestoßen oder entwendet. Die Motive reichen von Mutproben bis zu gezieltem Vandalismus. In den meisten Fällen werden die Täter nicht gefasst, da es keine Zeugen gibt.
Rechtliche Einordnung
Das Herausreißen von Leitpfosten ist keine Bagatelle. Es kann als Sachbeschädigung im Sinne des Strafgesetzbuches gewertet werden. Gefährlich wird es, wenn dadurch eine Gefahr für den Straßenverkehr entsteht. Dann könnte auch der Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erfüllt sein. Im aktuellen Fall lag jedoch keine konkrete Gefährdung vor, weil die Pfosten neben der Straße abgelegt wurden und nicht auf der Fahrbahn lagen.
Nach § 303 des Strafgesetzbuches macht sich strafbar, wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört. Auf Sachbeschädigung steht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren. Wird durch die Tat zudem der Straßenverkehr gefährdet, droht eine höhere Strafe wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr nach § 315b StGB. Ob im vorliegenden Fall eine solche Straftat vorliegt, prüfen die Ermittler.
Die Polizei weist in solchen Zusammenhängen regelmäßig auf die Bedeutung der Verkehrssicherheit hin. Auch wenn die Taten oft als dumme Streiche abgetan werden, können sie ernste Folgen haben. Wer Leitpfosten entfernt, handelt verantwortungslos. Die Beamten hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Verantwortlichen zu ermitteln. Ob es bereits konkrete Spuren gibt, wurde nicht mitgeteilt.
Sicherheit auf Landstraßen
Auch wenn Leitpfosten auf den ersten Blick unscheinbar wirken, tragen sie erheblich zur Verkehrssicherheit bei. Gerade im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer werden und Nebel aufkommt, sind sie unverzichtbar. Die reflektierenden Elemente machen die Fahrbahnränder sichtbar und geben dem Fahrer eine wichtige Orientierung. Fehlen mehrere Pfosten auf einem Abschnitt, kann das für Ortsfremde gefährlich werden. Sie verlieren die Spur und geraten womöglich von der Fahrbahn ab.
In Deutschland sind Leitpfosten meist aus Kunststoff oder Beton. Sie werden in regelmäßigen Abständen von etwa 50 Metern aufgestellt. An Kurven und Kuppen stehen die Pfosten enger, um die Linienführung besser sichtbar zu machen. Diese Abstände sind in Richtlinien festgelegt. Die Pfosten sind so konstruiert, dass sie bei einer Kollision nicht gefährlich werden, sondern umknicken. Das Herausreißen per Hand erfordert dennoch einiges an Kraft.
Reaktionen und Ausblick
Der Vorfall zwischen Dürrwangen und Zillhausen ist einer von vielen, die sich Jahr für Jahr in Deutschland ereignen. Polizei und Straßenbaubetriebe müssen die Schäden beseitigen, was Zeit und Geld kostet. In manchen Fällen werden die Pfosten so stark beschädigt, dass sie ersetzt werden müssen. Immerhin konnte im Zollernalbkreis der ursprüngliche Zustand schnell wiederhergestellt werden.
Kommt es zu solchen Vorfällen, kann das für die Straßenmeisterei einen Mehraufwand bedeuten. Die Mitarbeiter müssen die Pfosten kontrollieren, ausrichten und gegebenenfalls neu setzen. Das bindet Personal, das anderweitig benötigt wird. In Zeiten knapper Kassen ist das ärgerlich.
Ob die Ermittlungen zur Identität der Täter führen, bleibt abzuwarten. Sollte es Hinweise geben, könnten die Verantwortlichen zur Kasse gebeten werden. Die Polizei hat in ihrer Mitteilung keinen Zeugenaufruf veröffentlicht. Für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer bleibt die Hoffnung, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.



