Nittenau – Ein 17 Jahre alter Jugendlicher hat sich bei einem schweren Motorradunfall nahe Nittenau im Landkreis Schwandorf erhebliche Verletzungen zugezogen. Die Polizei geht davon aus, dass der junge Mann eine hochmotorisierte Maschine ohne die erforderliche Fahrerlaubnis führte und zudem mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war.
Unfallhergang auf der Kreisstraße 1
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall auf der Kreisstraße 1. Der Jugendliche überholte zunächst zwei Autos, verlor dabei jedoch die Kontrolle über sein Motorrad und kam von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug blieb anschließend im Straßengraben hängen und fing Feuer.
Der 17-Jährige, der laut Polizei noch zu jung für eine Fahrerlaubnis dieser Leistungsklasse ist, wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die genaue Schwere seiner Verletzungen blieb zunächst unklar, es bestehe jedoch keine Lebensgefahr, hieß es aus Polizeikreisen.
Schaden und rechtliche Konsequenzen
Den Schätzungen der Polizei zufolge beläuft sich der entstandene Sachschaden auf rund 4.000 Euro. Neben dem ausgebrannten Motorrad sind auch die beschädigte Straßenböschung und der Straßengraben in die Schadenssumme eingerechnet.
Gegen den Jugendlichen wird nun wegen Fahrens ohne erforderliche Fahrerlaubnis und wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung ermittelt. Die Polizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen, insbesondere zur Frage, ob die überhöhte Geschwindigkeit die alleinige Ursache war.
Hintergrund: Regelungen für junge Motorradfahrer
In Deutschland dürfen 16-Jährige mit der Klasse A1 Motorräder bis 125 Kubikzentimeter und maximal 11 kW (15 PS) fahren. Für die Klasse A2, die Motorräder bis 35 kW (48 PS) erlaubt, ist ein Mindestalter von 18 Jahren vorgeschrieben. Die bei dem Unfall verwendete Maschine war nach Polizeiangaben deutlich leistungsstärker und hätte eine Fahrerlaubnis der Klasse A oder zumindest A2 vorausgesetzt.
Der Fall zeigt erneut die Gefahren von nicht angepasster Geschwindigkeit und fehlender Fahrpraxis. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass überhöhte Geschwindigkeit weiterhin eine der Hauptunfallursachen bei Motorradunfällen darstellt. Im Landkreis Schwandorf waren im vergangenen Jahr mehrere Motorradunfälle zu verzeichnen, bei denen insbesondere junge Fahrer beteiligt waren.
Rettungseinsatz und Verkehrsbeeinträchtigungen
Der Rettungshubschrauber landete nahe der Unfallstelle auf der Kreisstraße 1. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten musste die Straße zeitweise vollständig gesperrt werden. Nachdem das Motorrad geborgen und der Brand gelöscht war, konnte die Fahrbahn wieder freigegeben werden. Der entstandene Rückstau löste sich im Laufe des Vormittags wieder auf.
Die Polizeiinspektion Nittenau hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, werden gebeten, sich zu melden. Ob gegen den Jugendlichen neben dem Strafverfahren auch ein Fahrverbot oder andere Maßnahmen verhängt werden, prüft die zuständige Fahrerlaubnisbehörde.



