Mit einem Großaufgebot ist die Polizei am frühen Morgen in mehreren Orten im Unterallgäu gegen ein mutmaßliches Drogennetzwerk vorgegangen. Die Beamten vollstreckten einen Haftbefehl, durchsuchten zahlreiche Gebäude und stellten große Mengen Rauschgift sicher. Nach Angaben der Polizei und der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde ein 34-jähriger Mann festgenommen.
Die Durchsuchungen begannen kurz nach 6 Uhr und erstreckten sich über mehrere Gemeinden, darunter Mindelheim, Bad Wörishofen und Türkheim. Im Fokus standen insgesamt 15 Wohnungen, Garagen und Kellerräume. Dabei fanden die Einsatzkräfte fünf Kilogramm Marihuana, zwei Kilogramm Kokain und eine unbekannte Menge Ecstasy-Tabletten. Hinzu kamen mehrere tausend Euro Bargeld sowie Feinwaagen und Verpackungsmaterial, die auf einen aktiven Drogenhandel hindeuten.
Die Razzia in Zahlen
- 15 Objekte durchsucht
- 300 Einsatzkräfte im Einsatz
- 5 Kilogramm Marihuana sichergestellt
- 2 Kilogramm Kokain sichergestellt
- 1 Haftbefehl vollstreckt
Unterstützt wurden die Beamtinnen und Beamten von einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, Spezialkräften des Spezialeinsatzkommandos (SEK) sowie Rauschgiftspürhunden. Die Polizei war mit einem Großaufgebot angerückt, um mögliche Widerstände zu unterbinden und eine koordinierte Durchsuchung der Objekte zu gewährleisten. Die Straßen rund um die betroffenen Gebäude mussten für mehrere Stunden abgesperrt werden. Anwohner wurden gebeten, ihre Häuser nicht zu verlassen.
Ein Polizeisprecher sagte: „Die Razzia ist der Höhepunkt monatelanger Ermittlungen. Wir haben Hinweisen auf einen überregionalen Drogenhandel nachgehen können. Die sichergestellten Beweismittel werden nun ausgewertet.“ Die Fahnder hatten die mutmaßlichen Dealer zuvor über einen längeren Zeitraum observiert. Dabei machten sie Beobachtungen, die den Verdacht einer größeren Menge Drogen bestätigten.
Die Einsatzstrategie hatte die Polizei im Vorfeld bis ins Detail geplant. Einsatzleiter koordinierten die Durchsuchungen über eine mobile Einsatzzentrale. Ziel war es, gleichzeitig in allen Objekten Beweise zu sichern, um eine Absprache zwischen den Beschuldigten zu verhindern.
Ermittlungen gegen unbekannte Mittäter
Die Staatsanwaltschaft Memmingen hat die Ermittlungen übernommen. Neben dem festgenommenen 34-Jährigen richten sich die Ermittlungen auch gegen weitere beschuldigte Personen, die jedoch noch nicht identifiziert werden konnten. Die Auswertung der sichergestellten Handys und Computer soll Aufschluss über die Struktur des Netzwerks geben. Die Beamten stellten zudem schriftliche Aufzeichnungen sicher, die als Beweismittel dienen können.
Laut Polizei könnte die Auswertung mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Man hoffe auch, Erkenntnisse über die Herkunft der Drogen zu gewinnen. Die sichergestellten Substanzen werden nun in einem Labor auf ihren Wirkstoffgehalt untersucht. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Teil der Drogen aus dem Ausland stammt.
Drogenhandel auch im ländlichen Raum
Die Polizei betonte, dass Drogenkriminalität nicht nur in Großstädten ein Problem sei. „Der Rauschgifthandel macht vor ländlichen Regionen nicht Halt. Auch im Unterallgäu gibt es eine Nachfrage nach illegalen Substanzen“, so der Sprecher. Man werde deshalb auch in Zukunft Schwerpunktkontrollen durchführen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Polizei in der Region immer wieder Drogen sichergestellt.
Die Bevölkerung ist aufgerufen, verdächtige Beobachtungen der Polizei zu melden. Insbesondere in den frühen Morgenstunden oder zu ungewöhnlichen Zeiten könne ein erhöhtes Personenaufkommen an bestimmten Orten ein Hinweis auf Drogenaktivitäten sein. Die Beamten kündigten an, verstärkt zivile Kontrollen durchzuführen.
Festgenommener soll dem Haftrichter vorgeführt werden
Der 34-jährige Tatverdächtige wird bereits heute einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Gegen ihn besteht der dringende Tatverdacht des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Bei einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Freiheitsstrafe. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus. Ob es weitere Durchsuchungen geben wird, hängt von den Ermittlungsergebnissen ab.
Zeugen und Hinweise gesucht
Die Polizei bittet Menschen, die in den betroffenen Straßenzügen verdächtige Aktivitäten beobachtet haben, sich zu melden. Besonders interessant sind Beobachtungen in den Wochen vor der Razzia. Auch Angaben zu Fahrzeugen oder Personen, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Drogenhandel stehen, können hilfreich sein. Die Polizeiinspektion Mindelheim ist unter der Telefonnummer 08261/900-0 erreichbar. Auch die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen nimmt Hinweise unter 08331/780-0 entgegen.
Die Beamten sichern weiterhin Spuren. Die Einsatzleitung betonte, dass man entschlossen gegen Drogenkriminalität im ländlichen Raum vorgehe. Die Kontrollen sollen in den kommenden Wochen verstärkt werden. Die Presse wird über den Fortgang des Verfahrens informiert.



