Am 23. Juli beginnen die Hundstage – und mit ihnen die statistisch heißeste Phase des Jahres. Für Bad Wörishofen könnte dieser Sommer 2026 einen Temperaturrekord bringen: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet in seinen saisonalen Modellen eine deutlich überdurchschnittliche Witterung mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen. Besonders der August könnte extreme Werte liefern.
Was sind die Hundstage?
Die Hundstage sind ein Begriff aus der antiken Astronomie. Traditionell bezeichnen sie den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August. In dieser Zeit geht der Sirius, auch Hundsstern genannt, kurz vor der Sonne auf. Die Römer brachten das mit großer Hitze und Dürre in Verbindung – daher der Name. Bis heute gelten die Hundstage als die wärmste Zeit des Jahres, auch wenn die tatsächliche Hitze oft erst im August auftritt.
Im Alpenvorland, zu dem Bad Wörishofen gehört, dominieren während der Hundstage häufig stabile Hochdrucklagen. Die Stadt, bekannt durch ihre Kneipp-Tradition, erreicht dann oft Temperaturen über 30 Grad. Für Einheimische und Kurgäste ist der richtige Hitzeschutz daher entscheidend.
Sommer 2026: Rekordhitze in Sicht?
Die aktuellen Klimamodelle des DWD deuten für den Sommer 2026 auf eine überdurchschnittlich warme Saison hin. Die Mitteltemperatur dürfte das langjährige Mittel um ein bis zwei Grad übertreffen. Das klingt wenig, hat aber große Auswirkungen auf die Zahl der Hitzetage. Der bisherige deutsche Temperaturrekord wurde am 25. Juli 2019 in Duisburg mit 41,2 Grad Celsius aufgestellt. Ob auch Bad Wörishofen in diesem Jahr die 40-Grad-Marke erreicht, hängt von stabilen Süd- und Südwestwetterlagen ab, die warme Luft aus Nordafrika heranführen.
Der DWD weist darauf hin, dass tropische Nächte mit Werten über 20 Grad wahrscheinlicher werden. Für Kurgäste, die gerade in einem Kneipp-Kurort Erholung suchen, ist das eine ernste Belastung. Die gute Nachricht: Viele der traditionellen Anwendungen haben einen kühlenden Effekt.
Hitzeschutz: Das raten Experten
Die Stadtverwaltung von Bad Wörishofen empfiehlt, die Mittagshitze konsequent zu meiden. Zwischen 11 und 16 Uhr sollte man sich möglichst im Schatten oder in klimatisierten Räumen aufhalten. Ausreichendes Trinken ist essenziell: zwei bis drei Liter Wasser pro Tag. Auch leichte Mahlzeiten und luftige Kleidung helfen, den Kreislauf zu stabilisieren.
Die Kneipp-Anlagen vor Ort bieten eine natürliche Abkühlung. Wassertreten, kalte Güsse oder Armbäder können die Körpertemperatur deutlich senken und das Immunsystem stärken. Auch ein Schattenspender für den Balkon oder eine nächtliche Durchlüftung der Wohnung tragen dazu bei, die Räume kühl zu halten. Für ältere Menschen gibt es in der Stadt zudem klimatisierte Begegnungsstätten als Rückzugsorte.
Hundstage im Klimawandel – und was die Stadt plant
Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte spricht eine klare Sprache: Die Sommer werden im Alpenvorland immer heißer. DWD-Messdaten zeigen, dass die Zahl der heißen Tage – also Tage mit mindestens 30 Grad – in Bayern seit den 1980er-Jahren deutlich zugenommen hat. Für Bad Wörishofen bedeutet das: Die Infrastruktur muss sich anpassen. Die Stadtverwaltung prüft daher zusätzliche Trinkbrunnen, eine Begrünung von Plätzen und ein besseres Hitzewarnsystem. Auch das Wonnemar-Bad bietet in heißen Sommern zusätzliche Abkühlungsmöglichkeiten für Kurgäste.
Für die Landwirtschaft in der Region sind die Hundstage ein kritisches Zeitfenster. Trockenheit und Dürre setzen den Feldern zu. Ein früherer Erntebeginn ist die Folge. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) rät zu hitzeresistenteren Sorten – ein Trend, der sich durch den Klimawandel beschleunigt.
Wer die kommenden Hundstage in Bad Wörishofen verbringt, sollte die Frühstunden nutzen: Dann ist es noch angenehm, den Kneipp-Erlebnispfad oder die Wege entlang der Wertach zu erkunden. In der Mittagszeit locken kühle Innenräume und die Außenbecken der Therme. Auch ein Eis in der Altstadt ist eine willkommene Erfrischung – aber bitte ohne Hektik.



