Der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses im Augsburger Stadtteil Haunstetten ist vorerst gestoppt. Die Stadt Augsburg teilte mit, dass im Untergrund unerwartet Lehmlinsen entdeckt wurden. Diese Lösslehm-Ablagerungen können die Tragfähigkeit des Baugrunds stark beeinträchtigen. Die zuständige Baustelle wurde deshalb umgehend stillgelegt.
Was genau sind Lehmlinsen
Lehmlinsen sind unregelmäßig geformte Einlagerungen aus Lösslehm, die sich vor Jahrtausenden durch Windablagerung gebildet haben. Sie weichen in ihrer Konsistenz stark vom umgebenden Kies ab und können bei Feuchtigkeitszunahme aufquellen oder an Stabilität verlieren. Für Bauingenieure sind solche Funde heikel, weil sie das Setzungsverhalten des Gebäudes negativ beeinflussen können.
Im Fall von Haunstetten sind die Lehmlinsen erst bei den Ausschachtungsarbeiten sichtbar geworden. Eine erste Baugrunduntersuchung hatte sie offenbar nicht in dieser Ausdehnung erfasst. Nun muss der Boden weiter erkundet werden.
Weiteres Vorgehen: Sondierungen und Statik
Geplant sind zusätzliche Bohr- und Rammkernsondierungen, mit denen die Ausdehnung der Lehmlinsen genau bestimmt werden soll. Die Ergebnisse sollen in ein aktualisiertes geotechnisches Gutachten einfließen. Auf dieser Grundlage entscheiden die Statiker, ob die geplante Gründung ausreicht oder ob die Fundamente tiefer geführt werden müssen.
Ein Sprecher des Baureferats betonte, dass es noch keine Entscheidung über mögliche technische Nachbesserungen gebe. Man wolle die Daten abwarten, bevor man die Baufirma mit Zusatzarbeiten beauftrage. Die Baugrube wird vorerst gesichert und bleibt für die Bauarbeiter gesperrt.
Auswirkungen auf Zeitplan und Kosten
Ursprünglich war vorgesehen, das Feuerwehrgerätehaus im Jahr 2026 in Betrieb zu nehmen. Ob dieser Termin zu halten ist, scheint aus heutiger Sicht fraglich. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich der Bau zumindest um einige Monate verzögern kann. Eine verbindliche Aussage wollten die Verantwortlichen in einer ersten Stellungnahme nicht machen.
Auch die Kosten sind ungewiss. Die zusätzlichen Bodengutachten und möglichen Betonagearbeiten könnten den städtischen Haushalt belasten. Eine genaue Summe nannte die Verwaltung nicht. Das Gremium soll in einer Sondersitzung informiert werden.
Feuerwehrbetrieb bleibt sichergestellt
Die Feuerwehr Augsburg hat den Bau des neuen Gerätehauses mit Spannung erwartet. Haunstetten soll eine moderne Wache erhalten, die die bisherigen provisorischen Standorte ersetzt. Bis zur Fertigstellung bleiben die bestehenden Gebäude in Betrieb. Die Stadt versicherte, die Schlagkraft der Feuerwehr sei durch den Baustopp nicht eingeschränkt.
Politiker aus Augsburg zeigten Verständnis für den Schritt. Ein Abbruch der Baustelle sei nicht im Gespräch. Niemand wolle ein Gebäude auf unsicherem Grund, hieß es übereinstimmend.
Blick in die Zukunft
Nach derzeitigem Stand könnten die weiteren Untersuchungen mehrere Wochen dauern. In der Zeit bleibt die Baustelle als Baugrube gesichert. Erst wenn das Gutachten vorliegt, wird die Baufirma den Bau wieder aufnehmen können. Bis dahin ruht auch das Rohbaugewerk.
Für die Anwohner ändert sich vorerst nichts: Der Verkehr rund um das Baufeld bleibt frei, auch der Lärmschutz ist weiterhin gewährleistet. Die Stadt will nach Abschluss der Prüfungen erneut informieren.



