Streit auf Autofahrt: Beifahrerin springt aus fahrendem Wagen
Streit beim Fahren: Beifahrerin springt in Oberpfalz aus Auto

In der Oberpfalz ist eine Beifahrerin nach einem heftigen Streit mit ihrer Schwester aus einem fahrenden Auto gesprungen. Das bestätigte die örtliche Polizei. Die Frau kam nach dem Sprung mit Verletzungen an Armen und Beinen davon, sie wurde nach einer Erstversorgung an der Unfallstelle in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. Wie schwer ihre Verletzungen tatsächlich sind, war zunächst nicht klar.

Die beiden Schwestern waren nach Polizeiangaben in einem Pkw auf einer Landstraße in der Oberpfalz unterwegs. Aus noch ungeklärter Ursache entbrannte zwischen ihnen ein heftiger Streit, der sich bis zur Unachtsamkeit hin steigerte. Die Beifahrerin, die offenbar angeschnallt gewesen war, löste im Affekt den Sicherheitsgurt und stemmte die Tür gegen den Fahrtwind nach außen. Sekunden später ließ sie sich nach vorne fallen und prallte auf den Asphalt. Die Fahrerin, ihre Schwester, erreichte nach einer Notbremsung nur noch den Standstreifen, kann aber Zeugenangaben zufolge erst nach etwa 50 Metern zum Stehen gebracht haben.

Der Rettungsdienst betreute die Verletzte noch an der Unfallstelle, anschließend wurde sie in eine Klinik in der Region gebracht. Die Beamten der Polizeiinspektion Oberpfalz sicherten Spuren, fertigten eine Unfallskizze an und vernahmen die Schwester als Zeugin. Auch die Verletzte soll nach ihrer Behandlung ausführlich befragt werden. Die Befragung der Beteiligten könnte mehr Aufschluss darüber geben, warum der Streit eskalierte und ob es sich bei dem Sprung um eine vorsätzliche Handlung oder eine spontane Kurzschlussreaktion handelte.

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Ermittlungen wegen Verdachts der Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Gegen die Beifahrerin könnte ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr laufen, da sie mit ihrem Sprung möglicherweise andere Verkehrsteilnehmer gefährdet hat. Auch die Fahrerin ist nicht automatisch aus dem Schneider: Sollte sich herausstellen, dass sie durch eine unsichere Fahrweise oder durch Provokationen den Sprung ihrer Schwester mitverursacht hat, könnte der Tatvorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Raum stehen. Eine rechtliche Einordnung wird derzeit vom Fachdezernat der Polizei vorgenommen.

Nach der Straßenverkehrsordnung ist das Öffnen einer Tür während der Fahrt ausdrücklich verboten. Wer dies dennoch tut, handelt mindestens ordnungswidrig. Kommen Gefährdungen oder ein Unfall hinzu, kann dies strafrechtliche Folgen haben. Schon im Vorfeld können sich Autofahrerinnen und Autofahrer strafbar machen, etwa wenn sie ihre Mitfahrenden dermaßen in Rage versetzen, dass diese die Kontrolle verlieren. In der Praxis wird jedoch oft genau diese Kausalkette nur schwer nachweisbar sein.

Gefahren eines Sprungs aus dem Auto

Medizinische Studien und Unfallforscher sind sich einig: Ein Sprung aus einem PKW bei Landstraßentempo kann tödlich enden. Schon bei 30 km/h wirken Kräfte auf den Körper, die einem Sturz aus zwei Metern Höhe entsprechen. Bei 70 km/h – einem üblichen Landstraßentempo in der Oberpfalz – erhöht sich die Aufprallgeschwindigkeit spürbar. Der Aufprall auf den Asphalt führt oft zu Abschürfungen, Knochenbrüchen, Gehirnerschütterungen oder schweren inneren Verletzungen. Zusätzlich besteht das Risiko, hinterher von nachfolgenden Fahrzeugen überrollt zu werden, wenn man auf der Fahrbahn liegen bleibt. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang immer wieder: Wer im Auto streitet, sollte niemals als Ventil die Tür nutzen.

Die Oberpfalz ist keine Ausnahme im bundesweiten Geschehen. Auf Ausflugsstrecken mit kurvigen Landstraßen wird dieser Vorfall als Symptom einer wachsenden emotionalen Ablenkung im Straßenverkehr gewertet. Verkehrspsychologen empfehlen, Konflikte nicht Sache des Fahrers werden zu lassen, sondern sich im Zweifel bei der nächsten Tankstelle oder einem Parkplatz zu unterbrechen. Das Gespräch außerhalb des Fahrzeugs entzieht der Auseinandersetzung ihre gefährliche Dynamik. Selbst wenn die Emotionen hochkochen, bleibt so die Kontrolle über die Situation erhalten.

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Zeugen gesucht – Polizei bittet um Hinweise

Die Ermittler haben die Öffentlichkeit um Hinweise gebeten. Wer den Vorfall auf der Landstraße beobachtet hat, sich also insbesondere als nachfolgender Fahrer an die Leitplanken erinnert oder das Fahrzeug im Seitenspiegel gesehen hat, soll sich bei der Polizei in der Oberpfalz melden. Auch, wer Angaben zum Auslöser des Streits machen kann, etwa weil er die Frauen vor einem Restaurant oder Geschäft beobachtet hat, wird gebeten, sich zu melden. Nach bisherigen Erkenntnissen verlief der Vorfall ohne Beteiligung weiterer Fahrzeuge. Die Polizei prüft derzeit auch, ob während der Fahrt Videos oder Fotos auf Social Media veröffentlicht worden sind, die den Vorfall dokumentieren könnten.

Für die Beteiligten endete der Tag im Krankenhauszimmer. Während die Beifahrerin dort noch behandelt wird, muss sich ihre Schwester mit den Fragen der Polizei auseinandersetzen. Es ist zu hoffen, dass der Vorfall für beide Frauen ohne bleibende Schäden ausgeht. Die Verantwortung für die Sicherheit im Fahrzeug liegt weiterhin bei allen Insassen – der Fahrer oder die Fahrerin trägt die Verantwortung gegenüber den Mitfahrern, die Mitfahrer gegenüber der Verkehrssicherheit. Ein kurzer Streit darf niemals zum Sturz auf den Asphalt führen.