CSD-Anschlag in Berlin: Polnische Frau stirbt, Tochter verletzt
CSD-Anschlag in Berlin: Polnische Frau stirbt

Bei einem Anschlag auf die Christopher Street Day (CSD)-Parade in Berlin ist am Samstag eine 45-jährige polnische Staatsbürgerin ums Leben gekommen. Ihre 19-jährige Tochter gehört zu den insgesamt fünf Verletzten, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die Tat ereignete sich gegen 15:30 Uhr auf der Strecke zwischen dem Kurfürstendamm und der Gedächtniskirche.

Der Vorfall

Nach Angaben der Berliner Polizei rammte ein bisher unbekannter Täter mit einem silbernen Kleintransporter in die Menschenmenge am Rand der Parade. Die polnische Familie war extra aus Warschau angereist, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Mutter erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch am Unfallort starb. Ihre Tochter wird auf der Intensivstation eines Berliner Krankenhauses behandelt. „Sie ist stabil, aber der Schock sitzt tief“, sagte ein Sprecher der Klinik.

Ermittlungen der Polizei

Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und fahndet mit Hochdruck nach dem Fahrer des Transporters. Das Kennzeichen war gestohlen, das Fahrzeug wurde später ausgebrannt in Moabit aufgefunden. „Wir schließen ein terroristisches Motiv nicht aus, gehen aber auch von einem möglichen Hassverbrechen gegen die LGBTQ-Community aus“, erklärte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Zeugen beschreiben den Täter als etwa 30-jährigen Mann mit Glatze und dunkler Kleidung.

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Reaktionen aus Politik und Gesellschaft

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich erschüttert: „Es ist ein schwarzer Tag für die queere Gemeinschaft und für unsere Stadt. Wir werden alles tun, um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen.“ Auch Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich via Twitter: „Gewalt gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung darf nie toleriert werden. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien.“ Vertreter der polnischen Botschaft in Berlin kündigten an, die Angehörigen zu unterstützen.

Auswirkungen auf die CSD-Veranstaltung

Die CSD-Organisatoren entschieden, die Parade nach einer Schweigeminute vorzeitig zu beenden. „Wir lassen uns nicht einschüchtern, aber heute steht die Trauer im Vordergrund“, sagte Sprecherin Luisa Weber. Für die kommenden Tage sind Mahnwachen und Solidaritätskundgebungen geplant. Die Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen in Berlin werden nun überprüft. Die Zahl der verletzten Personen ist nach Angaben der Feuerwehr exakt fünf, darunter eine 30-jährige Frau mit Beinbruch und ein 25-jähriger Mann mit Prellungen.

Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe und hat eine Hotline eingerichtet. Der Fall unterstreicht die anhaltende Gefahr von rechtsextremen und queerfeindlichen Gewalttaten. In den letzten Jahren gab es mehrfach Angriffe auf CSD-Veranstaltungen, doch ein Todesfall wie dieser ist selten.

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