Galeria-Aus in Spandau: Bezirksbürgermeister schlägt Alarm
Galeria-Aus in Spandau: Bezirksbürgermeister alarmiert

Seit 1965 prägt die Galeria-Filiale das Bild der Spandauer Altstadt. Nun droht dem traditionsreichen Kaufhaus das Aus. Der Konzern verhandelt über die Zukunft des Standorts, während Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) lautstark Alarm schlägt. Er fürchtet um das Herzstück des Spandauer Zentrums und warnt vor weitreichenden Folgen für die gesamte Innenstadt.

Verhandlungen um die Zukunft der Galeria-Filiale

Die Gespräche zwischen der Galeria-Geschäftsführung und den Vermietern laufen seit Wochen. Im Raum steht eine mögliche Schließung oder eine deutliche Verkleinerung des Warenhauses. Der Standort in der Spandauer Altstadt zählt zu den rentablesten im Berliner Portfolio, dennoch sucht der angeschlagene Konzern nach Einsparmöglichkeiten. Branchenkenner vermuten, dass die hohen Mietkosten und veränderte Konsumgewohnheiten das Geschäftsmodell unter Druck setzen.

Bezirksbürgermeister Bewig warnt vor Sogwirkung

Bezirksbürgermeister Bewig zeigt sich besorgt: „Eine Schließung der Galeria wäre ein schwerer Schlag für die Spandauer Altstadt. Das Kaufhaus ist ein Magnet für Kunden aus dem gesamten Umland. Ohne diesen Anker droht ein Leerstand, der weitere Geschäfte in Mitleidenschaft zieht.“ Der Bezirk hat bereits einen Krisenstab eingerichtet, um mögliche Szenarien zu erörtern und Alternativen zu entwickeln. Bewig appelliert an die Verantwortung des Konzerns gegenüber der Stadtgesellschaft.

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Historische Bedeutung für Spandau

Die Galeria in Spandau ist weit mehr als ein Einkaufszentrum. Sie ist ein Stück Stadtgeschichte. Seit sechs Jahrzehnten versorgt sie die Bewohner mit Waren des täglichen Bedarfs und bietet Arbeitsplätze für rund 150 Beschäftigte. Viele Generationen haben hier ihre Einkäufe erledigt. Die mögliche Schließung würde eine Lücke reißen, die kaum zu füllen ist. Die Altstadt, die bereits mit Leerständen kämpft, stünde vor einer Zerreißprobe.

Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung fordert ein Rettungskonzept. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat sich eingeschaltet und sucht das Gespräch mit der Konzernspitze. Auch der Handelsverband Berlin-Brandenburg zeigt sich alarmiert: „Die Galeria ist ein Verkehrsknotenpunkt und ein sozialer Treffpunkt. Ihr Verlust wäre nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich fatal.“ Die lokale Wirtschaftsförderung prüft Fördermittel, um den Standort zu sichern.

Auswirkungen auf die Spandauer Innenstadt

Eine Schließung der Galeria hätte unmittelbare Folgen: Weniger Laufkundschaft, sinkende Attraktivität für andere Einzelhändler, höhere Leerstandsquoten. Gastronomen und Dienstleister fürchten um ihre Existenz. Der Bezirk hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die sozialen und wirtschaftlichen Effekte einer Aufgabe des Standorts analysiert. Erste Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

Die Rolle der Immobilieneigentümer

Die Verhandlungen gestalten sich schwierig, da die Eigentümer der Immobilie auf einer langfristigen Mietvertragsbindung bestehen. Galeria hingegen strebt eine flexible Lösung an, um auf Umsatzschwankungen reagieren zu können. Beide Seiten zeigen sich zwar gesprächsbereit, eine Einigung ist aber noch nicht in Sicht. Der Zeitdruck wächst, denn die Entscheidung über das Weihnachtsgeschäft muss bald fallen.

Was bedeutet das für die Beschäftigten?

Die rund 150 Mitarbeiter der Filiale bangen um ihre Arbeitsplätze. Der Betriebsrat hat eine Informationsveranstaltung für die Belegschaft angekündigt. „Die Unsicherheit ist groß“, so ein Sprecher. Verdi-Berlin fordert von der Geschäftsführung klare Ansagen und einen sozialverträglichen Umgang mit möglichen Entlassungen. Der Senat prüft, ob ein Auffangnetz für die betroffenen Arbeitnehmer gespannt werden kann.

Vergleich mit anderen Galeria-Standorten

Die Situation in Spandau ist kein Einzelfall. Galeria befindet sich in einer bundesweiten Restrukturierung. In mehreren Städten wurden bereits Filialen geschlossen oder verkleinert. Der Fall Spandau ist jedoch besonders, weil das Kaufhaus das letzte große Warenhaus in der Altstadt ist und eine identitätsstiftende Funktion hat. Experten sehen hier ein Exempel für die Krise der Innenstädte in Deutschland.

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Ausblick: Rettung in letzter Minute?

Bezirksbürgermeister Bewig gibt sich kämpferisch: „Wir werden alles tun, um die Galeria zu halten. Das Kaufhaus ist systemrelevant für Spandau.“ Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften für einen Offenen Brief an den Konzern. Auch die Bezirksverordneten haben einstimmig eine Resolution verabschiedet, die den Erhalt des Standorts fordert. Ob dies ausreicht, um den Konzern umzustimmen, bleibt offen. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet.