Die Grundschule am Sandsteinweg in Neukölln steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach Informationen der Bezirksreporterin ist das Schulgebäude auf einer Abrissliste vorgemerkt. Das hätte fatale Folgen für die 360 Schülerinnen und Schüler: Wohin sie künftig unterrichtet werden sollen, ist völlig offen. Für zusätzlichen Ärger sorgen die seit Monaten kritisierten Zustände in der Mittagsversorgung sowie der betagte Sportplatz.
Die Elternvertreter Kerstin Schneider und Oliver Purtz schlagen Alarm. Sie fordern dringend eine Perspektive für die Einrichtung. „Die Zeit drängt“, machen beide deutlich. Ohne verbindliche Zusage aus dem Bezirksamt sei der Schulbetrieb kaum noch planbar. Die Ungewissheit über die Zukunft der Schule färbe auch auf den Unterrichtsalltag ab.
Gebäude auf der Abrissliste: Was bedeutet das?
Eine Abrissliste in Berliner Bezirken umfasst öffentliche Gebäude, deren Bausubstanz so stark marode ist, dass eine Sanierung unwirtschaftlich erscheint. Für die Schule am Sandsteinweg würde das bedeuten, dass ein Neubau oder eine Auslagerung nötig wäre. Beides dauert Jahre und kostet viel Geld. Die Eltern befürchten, dass die Kinder in dieser Zeit über mehrere Standorte verteilt werden.
Oliver Purtz kritisiert die Informationspolitik des Bezirks. Man erfahre nur bruchstückhaft, was geplant sei. Die Schulgemeinschaft fühle sich vor vollendete Tatsachen gestellt. Dazu komme der allgemeine Sanierungsstau an Neuköllner Schulen. Viele Gebäude seien in einem schlechten Zustand – die Schule am Sandsteinweg sei nur ein Beispiel.
Mittagsversorgung: Der tägliche Ärger in der Mensa
Neben der Abrissfrage ist es vor allem die Mittagsversorgung, die den Alltag belastet. Die Elternvertreter berichten von einem eklatanten Missverhältnis zwischen der Anzahl der Schüler und der Kapazität der Mensa. Über 360 Kinder müssen innerhalb weniger Stunden versorgt werden – der Speisesaal ist dafür offenbar nicht ausgelegt. Die Folge: lange Warteschlangen und anschließend wenig Zeit zum Essen.
Hinzu kommen Qualitätsmängel. Das Essen komme häufig kalt und in zu geringen Mengen an, so die Kritik. Eine ausgewogene und warme Mittagsmahlzeit sei für viele Kinder aber die einzige warme Mahlzeit am Tag. Die Eltern fordern deshalb eine sofortige Verbesserung der Essenssituation – notfalls mit einem externen Caterer, der frischere Speisen liefert.
Sportplatz: Ein Scherbenhaufen für den Schulsport
Auch der Sportplatz der Grundschule ist ein Dauerbrenner. Der Boden ist rissig, Tore sind defekt, Teile der Aschefläche haben sich gelöst. Eltern und Kinder klagen über Verletzungsgefahr. Der reguläre Sportunterricht muss auf den nahegelegenen öffentlichen Platz ausweichen – wenn dieser denn verfügbar ist. Der eigentliche Platz wird kaum noch genutzt.
Die Eltern fordern eine grundlegende Sanierung. Ein Sportunterricht unter solchen Bedingungen sei fahrlässig. Bewegung und Sport seien für die kindliche Entwicklung essenziell, gerade in einem Bezirk wie Neukölln mit wenigen Grünflächen. Die Politik sei hier in der Verantwortung, eine unkomplizierte Lösung zu finden.
Was nun? Die Forderungen der Eltern
Kerstin Schneider und Oliver Purtz haben konkrete Erwartungen an den Bezirk. Sie verlangen einen transparenten Zeitplan für die Zukunft der Schule. Ein Abriss ohne Alternativen sei inakzeptabel. Zudem müsse die Mittagsversorgung umgehend verbessert werden – auch unter der möglichen Zwischenlösung eines Ausweichquartiers. Und nicht zuletzt müsse der Sportplatz sofort gesperrt und saniert werden, bevor noch mehr passiert.
„Wir lassen nicht locker“, sagen die Elternvertreter. Die 360 Kinder hätten ein Recht auf eine Schule, in der nicht nur der Unterricht stimme, sondern auch die Rahmenbedingungen. Die Bezirksverwaltung steht nun in der Pflicht. Die Zeit drängt, wie es so treffend heißt.



