Landeselternbeirat fordert Hitzeschutzrichtlinie für Schulen in RLP
Hitzeschutzrichtlinie für Schulen in RLP gefordert

Der Landeselternbeirat von Rheinland-Pfalz fordert eine verbindliche landesweite Hitzeschutzrichtlinie für Schulen. Hintergrund sind die Erfahrungen der jüngsten Hitzewelle im Juni, auf die viele Schulen mit kurzfristigen Maßnahmen reagierten – etwa kürzeren Unterrichtsstunden, hitzefrei, zusätzlichen Trinkpausen oder Unterricht im Schatten. Aus Sicht des Gremiums reichen diese Ad-hoc-Lösungen jedoch nicht aus, wie Landeselternsprecher Denis Scholz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

Klarheit und Rechtssicherheit für Schulleitungen gefordert

„Kurzfristig brauchen Schulen eine verbindliche landesweite Hitzeschutzrichtlinie“, sagte Scholz. Diese solle klare Handlungsempfehlungen enthalten, beispielsweise abgestufte Maßnahmen in Abhängigkeit von der tatsächlichen Temperatur im Schulgebäude. „Schulleitungen benötigen Rechtssicherheit und dürfen mit dieser Entscheidung nicht allein gelassen werden“, betonte er.

Die Rückmeldungen aus der Praxis zeigten, dass die Situation an vielen Schulen sehr belastend gewesen sei und weiterhin sei. „Aus vielen Rückmeldungen von Eltern, Schulleitungen und Mitgliedern des Landeselternbeirats wissen wir, dass die Situation an vielen Schulen sehr belastend war und ist“, so Scholz. Besonders ältere Schulgebäude ohne ausreichende Verschattung oder baulichen Hitzeschutz heizten sich stark auf.

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Gesundheitsrisiken für Kinder mit Vorerkrankungen

Hohe Temperaturen könnten für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen ein ernstes gesundheitliches Risiko darstellen. Gleichzeitig berichteten Schulleitungen von großer Unsicherheit darüber, welche Maßnahmen sie eigenständig ergreifen dürfen. „Viele wünschen sich hierfür klare und landesweit einheitliche Vorgaben“, erklärte der Landeselternsprecher.

Langfristige Lösungen: Hitzeschutz bei Neubauten und Sanierungen

Langfristig müsse Hitzeschutz bereits bei der Planung neuer Schulgebäude verpflichtend berücksichtigt werden. Neubauten sollten so errichtet werden, dass sie dauerhaft vor sommerlicher Überhitzung schützen und bei Bedarf klimatisierbar sind. Bestehende Schulgebäude müssten schrittweise durch Verschattung, außen liegenden Sonnenschutz, Lüftungskonzepte und teils technische Kühlsysteme aufgebessert werden. Dafür brauche es Förderprogramme und Investitionen des Landes und der Schulträger.

„Hitzeschutz darf angesichts zunehmender Hitzeperioden nicht länger eine Einzelfallentscheidung sein“, sagte Scholz. „Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte haben Anspruch auf Lern- und Arbeitsbedingungen, die ihre Gesundheit schützen und erfolgreiches Lernen ermöglichen.“

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