Rund 100 Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg müssen ihre Abiturzeugnisse umtauschen, weil ein Softwarefehler zu falschen Notendurchschnitten führte. Wie das Kultusministerium in Stuttgart mitteilte, ändert sich in etwa 70 Fällen der Abiturschnitt. Von dem Fehler betroffen sind 54 Schulen im Land, die eine kommerzielle Verwaltungssoftware für die gymnasiale Oberstufe nutzen. Insgesamt haben in diesem Jahr rund 29.000 Jugendliche ihr Abitur abgelegt.
Notenverschlechterung um ein bis zwei Zehntel
Für die meisten Betroffenen fällt die Korrektur gering aus: Der Schnitt verschlechtert sich in fast allen Fällen um ein oder zwei Zehntel. Aus einer 2,4 wird beispielsweise eine 2,5 oder 2,6. Das Abitur haben alle betroffenen Schüler dennoch bestanden. „Die Abweichungen sind minimal, aber für die betroffenen Jugendlichen dennoch ärgerlich“, erklärte ein Sprecher des Kultusministeriums.
Programmierfehler in kommerzieller Software
Ursache für die Panne ist ein Programmierfehler in einer Software eines kommerziellen Anbieters, die viele Schulen in Baden-Württemberg für die Planung und Verwaltung der Oberstufe einsetzen. Das Ministerium betonte, dass der Fehler nicht von den Schulen selbst zu verantworten sei, sondern vom Softwarehersteller. Die genauen Hintergründe des Fehlers werden derzeit untersucht.
Folgen für Studienbewerbungen unklar
Offen ist, welche Konsequenzen die falschen Zeugnisse für die Bewerbungen der Schüler um Studienplätze haben. Das Kultusministerium steht nach eigenen Angaben im Austausch mit dem Wissenschaftsministerium, um pragmatische Lösungen zu finden. „Wir arbeiten daran, dass die korrigierten Noten im laufenden Bewerbungsverfahren berücksichtigt werden können“, so der Ministeriumssprecher. Die betroffenen Schüler erhalten ihre neuen Zeugnisse in den kommenden Tagen.
Reaktionen aus der Bildungslandschaft
Der Vorfall wirft Fragen zur Zuverlässigkeit digitaler Verwaltungssysteme an Schulen auf. Der Landeselternbeirat forderte eine gründliche Überprüfung aller eingesetzten Softwarelösungen. „Solche Fehler dürfen nicht vorkommen, wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht“, kritisierte ein Sprecher. Das Kultusministerium kündigte an, die Sicherheitsstandards für Bildungssoftware zu verschärfen.



