CSD-Parade in Frankfurt: Tausende feiern trotz queerfeindlicher Angriffe
CSD-Parade in Frankfurt: Tausende feiern trotz Angriffen

Mit Regenbogenflaggen, Musik und guter Stimmung haben Tausende Menschen bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt friedlich gefeiert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl am Nachmittag auf 15.000 bis 17.000, wie eine Sprecherin mitteilte. Hinzu kamen zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke. Ursprünglich waren mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet worden. Für die Parade hatten sich 120 Gruppen angemeldet – mehr als im Vorjahr, so die Veranstalter.

Motto: Demokratie braucht keine Alternative

Der CSD steht in diesem Jahr unter dem Motto „Demokratie braucht keine Alternative“. Das viertägige Programm begann bereits am Donnerstag mit einem Straßenfest am Main. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit rund 150.000 Besuchern. Die Demokratie stehe im Mittelpunkt, da auf ihr Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Demonstrationsrecht und Gleichheit vor dem Gesetz aufbauen. Sie stehe jedoch unter massivem Druck von allen Seiten. Die Teilnehmer wollen ihre Vielfalt feiern und sich für vollständige rechtliche Anerkennung sowie gesellschaftliche Akzeptanz einsetzen.

Queerfeindliche Angriffe in der Nacht

In der Nacht gab es jedoch queerfeindliche Übergriffe in Frankfurt. Ein 62-Jähriger wurde an einem Kiosk von einem Unbekannten mit einer Flasche geschlagen und leicht verletzt. Der Mann war Hand in Hand mit seinem Partner unterwegs. Zuvor hatte der Angreifer eine andere Flasche auf den Boden geworfen. Als der 62-Jährige ihn darauf ansprach, nannte der Unbekannte dessen sexuelle Orientierung und griff ihn an. Auch auf den Eingangsbereich einer queeren Szenebar wurden Glasflaschen geworfen. Verletzt wurde niemand, jedoch entstand Sachschaden an einer Scheibe. Einsatzkräfte fassten einen flüchtenden 21-Jährigen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Innenminister Poseck verurteilt Gewalt

Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) besuchte den CSD und verurteilte die Übergriffe. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Menschen nicht frei bewegen können, nur weil sie offen ihre sexuelle Orientierung zeigen“, sagte er laut einer Mitteilung. „Die Ereignisse aus letzter Nacht führen uns erneut vor Augen, dass queerfeindliche Gewalt ein reales und aktuelles Problem ist.“

Parade und Straßenfest bis Sonntag

Am Samstag wurde zunächst bei einer Kundgebung am Römer die Regenbogenflagge gehisst. Die Route führte über Korn- und Rossmarkt, Neue Mainzer Straße und Konrad-Adenauer-Straße bis zum Main. Das Ende war für etwa 16.30 Uhr geplant. Danach konnte am Main nahtlos weitergefeiert werden. Das Straßenfest dauert noch bis Sonntag (19. Juli), 23.00 Uhr, auf dem Gelände zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke. Da auch eine Pro-Palästina-Demonstration mit mehreren hundert erwarteten Teilnehmern stattfand, musste mit Verkehrsbehinderungen in der Frankfurter City gerechnet werden, so die Polizei.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration