Studie: Dorftreffs stärken Zusammenhalt in Sachsens Dörfern
Dorftreffs stärken Zusammenhalt in Sachsens Dörfern

Dorftreffs als Herzstück ländlicher Gemeinschaft

Dorftreffs sollen das Leben auf dem Land in Sachsen attraktiver machen. Eine qualitative Studie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, deren Ergebnisse nun vorliegen, untersucht, wie Dorfgemeinschaftshäuser entstehen, betrieben und genutzt werden. Das Infrastrukturministerium teilte mit, dass dafür acht Fallstudien in Dörfern wie Kletzen (Gemeinde Krostitz), Brößnitz (Gemeinde Lampertswalde) und Wittgendorf (Stadt Zittau) erstellt wurden.

Engagement vor Ort ist unerlässlich

„Die Studie zeigt, wie viel Kraft in unseren Dörfern steckt, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger mit der Kommune, mit Vereinen, Kirchgemeinden, Feuerwehren und vielen weiteren Akteuren an einem Strang ziehen. Denn ein Dorfgemeinschaftshaus wird nicht durch Mauern, Tische und Stühle lebendig, sondern einzig durch die Menschen, die Verantwortung übernehmen“, erklärte Ministerin Regina Kraushaar (CDU). Mit mehreren Programmen unterstütze man diese Eigenverantwortung. So würden aus Treffpunkten Orte, die Heimat, Zusammenhalt und Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft stärkten.

Raum für Vereinsarbeit und Feste

Die Gebäude solcher Dorftreffs gehören häufig der Gemeinde. Oft sind sie in früheren Schulen und Gasthöfen untergebracht. Betrieb und Veranstaltungen werden aber oft von Vereinen, Ortsvorstehern oder engagierten Einzelpersonen getragen. Die Häuser bieten Raum für Vereinsarbeit, Ortschaftsratssitzungen, Feste, private Feiern, Jugendangebote oder Seniorentreffs. Sie könnten wegfallende Angebote wie Dorfladen, Gaststätte, Bankfiliale oder Schule nicht einfach ersetzen – aber helfen, Begegnung im Ort zu ermöglichen und soziale Beziehungen zu stärken.

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Betrieb erfordert klare Verantwortung

„Die Studie macht deutlich, dass der Betrieb solcher Häuser anspruchsvoll ist. Zu den häufig genannten Themen gehören steigende Betriebs- und Energiekosten, bauliche Anforderungen, die Gewinnung jüngerer Engagierter und begrenzte personelle Ressourcen im Ehrenamt“, lautet ein Befund. Entscheidend sei deshalb, die Nutzung realistisch zu planen, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und Angebote an den tatsächlichen Bedarfen im Ort auszurichten.

Die Studie unterstreicht die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für den Erhalt dörflicher Strukturen. Ohne den Einsatz Freiwilliger wären viele Dorfgemeinschaftshäuser nicht zu betreiben. Die Herausforderungen sind vielfältig: Neben finanziellen Belastungen durch steigende Energiekosten und notwendige Sanierungen bereitet die Nachwuchsgewinnung Sorgen. Viele Ehrenamtliche sind älter, jüngere Menschen sind schwerer zu motivieren.

Um die Zukunft der Dorftreffs zu sichern, empfiehlt die Studie unter anderem eine stärkere Vernetzung der Akteure, professionelle Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln sowie flexible Nutzungskonzepte, die verschiedene Zielgruppen ansprechen. Auch digitale Angebote könnten helfen, die Attraktivität zu steigern.

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