Die Hessinnen und Hessen haben 2024 mehr Geld für ihren privaten Konsum ausgegeben als im Vorjahr. Laut Statistischem Landesamt in Wiesbaden stiegen die Ausgaben pro Einwohner um 3,3 Prozent auf 28.520 Euro. Damit liegt Hessen sowohl beim Plus als auch beim Niveau über dem Bundesdurchschnitt.
Überdurchschnittlicher Anstieg im Bundesvergleich
Bundesweit betrug der Anstieg der privaten Konsumausgaben nur 2,6 Prozent, das durchschnittliche Niveau lag bei 27.340 Euro. Bereinigt um Preissteigerungen ergibt sich für Hessen ein realer Pro-Kopf-Anstieg von 1,3 Prozent – bundesweit waren es lediglich 0,3 Prozent. Diese Zahlen veröffentlichte das Statistische Landesamt am Dienstag.
Die positive Entwicklung spiegelt sich auch im verfügbaren Einkommen wider: Im Schnitt standen den Hessinnen und Hessen 2024 rund 31.680 Euro pro Kopf zur Verfügung. Davon wurden 3.160 Euro gespart, was einer Sparquote von zehn Prozent entspricht.
Sparquote mit Altersvorsorge auf Platz drei
Bezieht man die betriebliche Altersvorsorge mit ein, steigt die Sparquote auf 12,2 Prozent. Damit erreicht Hessen den dritthöchsten Wert aller Bundesländer – nur Bayern (12,9 Prozent) und Baden-Württemberg (12,7 Prozent) liegen vorn. Diese Einordnung verdeutlicht die finanzielle Stabilität der hessischen Haushalte.
Die Daten basieren auf der laufenden Wirtschaftsrechnung der Länder und wurden vom Hessischen Statistischen Landesamt ausgewertet. Sie zeigen, dass die Konsumfreude in Hessen trotz allgemeiner Preissteigerungen ungebrochen ist.
Hintergrund: Methodik und Bedeutung
Die Privatausgaben umfassen alle Konsumausgaben der privaten Haushalte, darunter Nahrungsmittel, Mieten, Energie, Verkehr und Freizeit. Das verfügbare Einkommen ist das Einkommen nach Steuern und Sozialabgaben. Die Sparquote misst den Anteil des verfügbaren Einkommens, der nicht für Konsum verwendet wird.
Die überdurchschnittliche Entwicklung in Hessen wird von Ökonomen unter anderem auf die starke Wirtschaftsstruktur mit vielen Großunternehmen und Dienstleistern zurückgeführt. Auch die vergleichsweise hohen Löhne und die niedrige Arbeitslosigkeit tragen zur Kaufkraft bei.



