Luftschutzanlage aus Zweitem Weltkrieg in Quedlinburg entdeckt
Luftschutzanlage aus Zweitem Weltkrieg in Quedlinburg

Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie haben in Quedlinburg eine Luftschutzanlage aus dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt. Die Anlage wurde unerwartet auf einem Grundstück gefunden, auf dem ein Einfamilienhaus gebaut werden soll.

Maße und Beschaffenheit des Deckungsgrabens

Der von den Experten entdeckte Deckungsgraben erstreckt sich über eine Fläche von etwa 20 mal 14 Metern und verfügt über zwei Seitenarme für Ein- und Ausgänge. Nach Beginn der Erdarbeiten zeigte sich zunächst die Abdeckung eines rund 2,50 Meter breiten Betongewölbes. Schnell war klar, dass es sich um einen ungefähr 20 Meter langen Deckungsgraben handelt.

Der Graben sollte vor Beschuss, Trümmern oder Splittern schützen, bot jedoch bei direkten Bombentreffern keinen vollumfänglichen Schutz. Dies sei typisch für derartige Anlagen, so die Archäologen.

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Historischer Kontext und Bedeutung

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden immer häufiger auch Gebiete im Inneren des von den Nationalsozialisten regierten Deutschen Reichs zum Ziel von Luftangriffen. Der nun entdeckte Schutzraum liegt an der Kante eines Bergsporns mit Blick in das Bodetal. „Der Graben ist auch ein Dokument der Schrecken des Krieges. Aus heutiger Sicht ist es schwer nachzuvollziehen, wie sich Menschen bei realen Bedrohungssituationen in einem solchen Deckungsgraben gefühlt haben müssen“, erklärten die Archäologen.

Der Fund unterstreicht die allgegenwärtige Bedrohung durch Luftangriffe während des Krieges, selbst in kleineren Städten wie Quedlinburg. Die Anlage wird nun von den Denkmalpflegern dokumentiert, bevor die Bauarbeiten fortgesetzt werden können.

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