Neue Vorwürfe gegen Nürnberger Zoo: Sieben Pavianbabys gestorben
Nürnberger Zoo: Sieben Pavianbabys tot

Nachdem der Tiergarten Nürnberg im Juli 2025 zwölf Guinea-Paviane aus Platzgründen erschießen ließ, gibt es erneute Kritik: Von neun seitdem geborenen Pavianbabys sind sieben gestorben. Das bestätigt der Zoo auf Anfrage von BILD. Die Todesursachen reichen von Lebensschwäche bis hin zu Raub durch Artgenossen.

Hohe Sterberate unter den Neugeborenen

„Seit der Verkleinerung des Bestands im Juli 2025 sind neun Jungtiere geboren worden, von denen sieben gestorben sind“, teilt der Nürnberger Tiergarten mit. Ein neugeborenes Tier sei an „Lebensschwäche“ gestorben und wies ein stumpfes Trauma auf. Ein weiteres bekam nicht genügend Milch. Fünf Babys wurden ihren Müttern von anderen Pavianen geraubt und starben daraufhin. Diese Angaben werden durch Auszüge aus dem Zuchtbuch des Zoos belegt, die BILD vorliegen.

Tierschützer kritisieren mangelnde Konsequenzen

Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife sieht die Ursache in der Überbelegung des Geheges. Eine Sprecherin sagt zu BILD: „Dass der Zoo aus der Tötung keine Konsequenzen gezogen hat, zeigen die jüngsten Zuchtdaten: Allein seit Juli 2025 kamen acht weitere Guinea-Paviane zur Welt – in einem ohnehin überbelegten Gehege.“ Zudem seien seit 35 Jahren keine Tiere aus fremden Beständen aufgenommen worden, die Vermehrung werde dem Zufall überlassen. Es drohe Inzucht.

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Zoo weist Inzuchtvorwürfe zurück

Der Tiergarten Nürnberg weist die Inzuchtvorwürfe zurück: „Die Integration externer Tiere, die mit der Gruppe nicht verwandt sind, hat in der Vergangenheit stattgefunden, jedoch nicht zu Nachzuchten geführt. In der aktuellen Gruppe gibt es keine Hinweise auf Erbkrankheiten oder Inzuchtprobleme.“

Geburtenkontrolle abgelehnt

Auf die Frage, ob Geburtenkontrolle eine Lösung sei, antwortet der Zoo: Diese sei jahrelang angewandt worden, habe jedoch „erhebliche kurz- und langfristige Nachteile für die Sozialstruktur der Gruppe und die Selbsterhaltungsfähigkeit der Gruppe“ mit sich gebracht, weshalb man davon Abstand genommen habe. Der Zoo versuche weiterhin international, Tiere abzugeben. Eine Erweiterung des Zoos sei nicht in Planung. Zoo-Direktor Dr. Dag Encke hatte vergangenes Jahr erneute Tötungen nicht ausgeschlossen, falls keine Abgaben möglich seien.

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